Hochsensibilitätstest (HSP-Test)

Dieser Artikel stellt den neuen Test zur Hochsensibilität (HSP-Test) vor. Der HSP-Test ist der erste allgemein im Internet verfügbare Test zur Hochsensibilität, der auf umfassenden Datenerhebungen und statistischen Analysen beruht. Diese Analysen belegen die Gültigkeit des Tests für unterschiedliche Teilgruppen (Männer, Frauen, ältere Menschen, jüngere Menschen, hoher Bildungsstand, niedriger Bildungsstand). Der HSP-Test ist geeignet, um Hochsensibilität festzustellen und um zu erkennen, wie gut der Umgang mit der eigenen Hochsensibilität gelingt.

Hier zum HSP-Test!

Der Artikel stellt ausführlich die Aspekte der Entwicklung des HSP-Tests und entsprechend auch die statistischen Aspekte dar. Der Artikel ist daher insbesondere ab dem Abschnit 1.6 recht technisch, wobei allerdings für eine bessere Verständlichkeit im Verlauf angewandte statistische Verfahren kurz erklärt werden. Außerdem gibt es einen Anhang, in dem weitere rein statistische Ergebnisse unkommentiert dargestellt sind. Der Artikel wendet sich daher vorwiegend an Leser, die sich mit den psychometrischen/statistischen Grundlagen des Tests vertraut machen wollen. Leser, die dies weniger interessiert, können sofort den Test durchführen oder aber diesen Artikel lediglich bis einschließlich Abschnitt 1.5 lesen.

1 Testpsychologische Erfassung von Hochsensibilität

1.1 Was misst der Test?

Der Hochsensibiltiätstest (HSP-Test) sagt Ihnen, ob Sie hochsensibel, teilweise hochsensibel oder nicht hochsensibel sind. Außerdem meldet der HSP-Test hochsensiblen Personen zurück, ob Sie Ihre Hochsensibilität vorwiegend als Ressource, als Belastung oder als Ressourcen und Belastung nutzen. Wenn Belastungen erkennbar werden, gibt der HSP-Test Tips, wie diese Belastungen reduziert werden und positive Auswirkungen der Hochsensibilität maximiert werden können.

Der HSP-Test ermöglicht Ihnen damit die Beantwortung der folgenden Fragen:

  1. Bin ich hochsensibel?
  2. Nutze ich meine Hochsensibilität konstruktiv oder leide ich unter ihr?
  3. Was kann ich tun, um die Vorteile von Hochsensibilität stärker zur Geltung zu bringen?

1.2 Wissenschaftlicher Charakter des HSP-Test

Es handelt sich um den ersten wissenschaftlich-statistisch fundierten Test für Hochsensibilität, der allgemein zur Verfügung gestellt wird. Der HSP-Test wurde nicht nur subjektiv-theoretisch zusammengestellt, wie dies bei Internet-Tests oft üblich ist. Der HSP-Test wurde vielmehr in einer großen Stichrobe entwickelt und nachfolgend in mehreren Teilstichproben (Männer, Frauen, jüngeres Alter, höheres Alter, geringere Bildung, höhere Bildung) und in einer neuen Stichprobe auf seine Gültigkeit überprüft.

Der HSP-Test wurde mithilfe anerkannter Verfahren der multivariaten Statistik so zusammengestellt, dass er nachweislich zwischen Personen, die hochsensibel und nicht-hochsensibel sind unterscheiden kann. Auch die dritte Stufe (teilweise hochsensibel) kann durch den Test gut zugeordnet werden. Zudem ist dieser Test für Hochsensibilität ebenfalls nachweisbar in der Lage, zwischen Personen zu unterscheiden, die durch Hochsensibilität eher belastet werden oder von ihr eher profitieren (Ressource). Dadurch wird hochsensiblen Personen eine wichtige Rückmeldung gegeben, die über die reine Feststellung ihrer Hochsensibilität hinausgeht.

Diese diagnostische Leistungsfähigkeit des HSP-Test konnten in allen untersuchten Stichproben und Teilstichproben nachgewiesen werden. Die Leistungsfähigkeit dieses neuen Hochsensibilitäts-Tests ist im wesentlichen unabhängig von Geschlecht, Alter und Bildungsstand.

1.3 Warum ist die Kenntnis der eigenen Hochsensibilität wichtig?

Hochsensible Menschen haben eine besonders detailreiche und komplexe Wahrnehmung. Sie neigen zu vielschichtigem Denken. Sozial kennzeichnen sie sich durch erhöhtes Mitgefühl. Sie sind aber auch leichter verletzbar und sehen sich oftmals dem Druck ausgesetzt, in der mehrheitlich nicht-hochsensiblen sozialen Umwelt bestehen zu müssen. Aufgrund dieser Problematik können hochsensible Menschen Symptome erhöhter psychischer Belastung entwickeln.

Ebenfalls gibt es jedoch viele Möglichkeiten, um von der eigenen Hochsensibilität zu profitieren. So können Hochsensible können ein besonders feines Gespür für Musik und Kunst entwickeln. Sie zeigen eine erhöhte Fähigkeit zur Intuition. Sei können ihr Mitgefühl prosozial einsetzen. Sie können sich für Dinge in besonders hohem Ausmaß begeistern, was zu Lebensfreude, Glück und Sinnerleben führen kann. Auch ist das Interesse von Hochsensiblen an Selbsterfahrung erhöht.

Hochsensible Menschen, die von ihrer Hochsensibilität keine Kenntnis haben, können im Umgang mit der nicht-hochsensiblen Umwelt stärker irritiert und belastet werden. Die Kenntnis der eigenen Hochsensibilität kann hilfreich sein, um die eigene Person besser verstehen und annehmen zu können. Selbstakzeptanz ist dabei eine wichtige Voraussetzung für Lebenszufriedenheit. Menschen, die ihre Hochsensibilität verstehen und annehmen, können eher zu einer selbstfürsorglichen Lebens- und Alltagsgestaltung finden. Sie können die mit Hochsensibilität verbundenen Ressourcen bewusst aktivieren und gleichzeitig Abgrenzungsfertigkeiten erlernen, um Belastungen zu reduzieren.

Die Kenntnis der eigenen Hochsensibilität kann die Selbstakzeptanz verbessern und zum entscheidenden Anreiz werden, um die eigenen Hochsensibilität selbstbewusst und positiv zu leben. Der hier vorgestellte neue Hochsensibilitäts-Test möchte hierfür einen Beitrag leisten. Durch die zusätzliche Erfassung des Umgangs mit der eigenen Hochsensibilität soll zudem für die Testteilnehmer die Reduktion von Belastungen und die Aktivierung von Ressourcen erleichtert werden.

1.4 Unterscheidung zwischen hochsensibel und emotional labil

Emotionale Labilität oder Neurotizismus bezieht sich auf eine Tendenz zu Stimmungsschwankungen, Entwicklung von Ängsten, depressiven Beschwerden, Impulsivität, Stresssensitivität und reduzierter Belastung. Neurotizismus kann zu einer Dominanz negativer Gefühle und einer reduzierten Lebenszufriedenheit führen.

Auch wenn hochsensible Menschen Anzeichen einer solcher emotionalen Labilität zeigen können, ist Hochsensibilität etwas völlig anderes als Neurotizismus. Hochsensibilität ist nicht vorwiegend die Dominanz negativer Gefühle, sondern kennzeichnet sich durch eine Wahrnehmungsintensivierung, die ebenso positive Gefühle betrifft. Negative Gefühle können aber bei hochsensiblen Menschen dominieren, wenn es ihnen an Bewältigungsfertigkeiten für die eigenen Hochsensibilität mangelt und sie durch die Anforderungen ihrer nicht-hochsensiblen Mitwelt unter Druck geraten.

Durch die Anwendung des HSP-Test wird sichergestellt, dass Hochsensibilität nicht mir emotionaler Labilität/Neurotizismus verwechselt wird. Wer unter Ängsten oder Depressivität leidet, muss keineswegs hochsensible sind. Wer hochsensible ist, muss nicht unter Ängsten oder Depressivität leiden. Allerdings können natürlich auch hochsensible Menschen unter Ängsten oder Depressivität leiden. Sie tun dies sogar tatsächlich häufiger und zwar vor allem vermutlich deshalb, weil es ihnen noch einer ausreichenden Kenntnis und Bewältigung ihrer Hochsensibilität mangelt.

Der Test für Hochsensibilität leistet damit auch einen Beitrag zur Entpathologisierung von Hochsensibilität. Auch wenn Hochsensibilität mit psychischer Belastung verbunden sein kann, handelt es sich keineswegs um ein Merkmal seelischer Gestörtheit. Im Gegenteil kann Hochsensibilität bei richtigem Umgang zu einer wichtigen Ressource werden, die eigene Lebenszufriedenheit fördern und zu einem mitfühlenden zwischenmenschlichem Umgang beitragen.

Der HSP-Test möchte durch die Erhöhung von Wissen, Selbstakzeptanz und Bewältigungsfertigkeiten außerdem auch das innerpsychische Befinden und die Stabilität hochsensibler Menschen verbessern. Natürlich kann ein Hochsensibilitäts-Test keine Wunder wirken. Der HSP-Test kann aber durch fundierte Aufklärung über die eigene Hochsensibilität zum Anreiz werden, an einem positiveren Umgang mit der eigenen Hochsensibilität zu arbeiten und so Belastungen zu überwinden.

1.5 Test schafft mehr Wissen über Hochsensibilität

Der HSP-Test soll in der Zukunft noch mehr Wissen über Hochsensibilität generieren, welches regelmäßig auf hochsensible.eu der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden wird. Da nunmehr durch einen validen und wissenschaftlich begründeten Test Hochsensibilität festgestellt werden kann, ist es ebenfalls leichter, zu untersuchen, mit was allem Hochsensibilität im Alltag zusammenhängt. Deshalb werden im HSP-Test immer wieder auch Fragen präsentiert werden, die nicht in das Testergebnis einfließen, sondern der Untersuchung von Hochsensibilität und ihren Auswirkungen dienen.

1.6 Wie wurde der Test entwickelt

Der folgende Absatz ist sehr technisch und wird daher vermutlich das Interesse von nur eher wenigen Personen finden. Der Abschnitt schildert die Entwicklung und Überprüfung (Validierung) des HSP-Test mit Methoden der psychologischen Testpsychologie (Psychometrie). Der Abschnitt wendet sich an psychologisch oder statistisch interessierte Personen, die mehr über die wissenschaftliche Fundierung des Tests wissen wollen. Im Anhang werden zudem alle wichtigen statistischen Berechnungen dokumentiert und können so durch statistisch interessierte Personen nachvollzogen werden.

1.6.1 Stichproben

Der Test wurde empirisch entwickelt und stützt sich auf die Daten einer Umfrage zur Hochsensibilität, an der sich insgesamt 5596 Personen beteiligten. Per Zufall wurde diese Gesamtstichprobe in zwei ungleich große Teilstichproben von 4670 und 926 Personen geteilt. Die größere Teilstichprobe diente der Entwicklung des Tests. Sie wird im folgenden Testentwicklungs-Stichprobe genannt. Die zweite kleinere Teilstichprobe wurde zur Überprüfung der Ergebnisse in einer neuen Stichprobe verwandt. Sie wird im folgenden Replikations-Stichprobe genannt.

In der Testentwicklungs-Stichprobe befanden sich 3253 Frauen, 1376 Männer und 41 Personen mit anderem oder drittem Geschlecht im Alter von 11 bis 87 Jahren, wobei für 9 Personen keine Altersangabe vorlag (Durchschnittsalter = 45,61, Median = 47, SD = 12,28). Die größere Anzahl Frauen erklärt sich vermutlich am ehesten mit einem höheren Interesse von Frauen an dem Thema der Hochsensibilität. Bezüglich des höchsten erreichten Bildungsabschlusses, gaben 0,4 % an keinen Abschluss, 5,1 % Hauptschulabschluss oder Äquivalent, 19,8 % Realschulabschluss oder Äquivalent, 26,8 % Fachabitur oder Abitur, 44,6 % Hochschul- oder Fachhochschulabschluss, 2,9 % Promotion und 0,3 % Habilitation.

In der Replikations-Stichprobe befanden sich 639 Frauen, 279 Männer und 8 Personen mit anderem oder drittem Geschlecht im Alter von 13 bis 79 Jahren (Durchschnittsalter = 45,51, Median = 46, SD = 12,15) Bezüglich des höchsten erreichten Bildungsabschlusses, gaben 0,4 % an keinen Abschluss, 6,2 % Hauptschulabschluss oder Äquivalent, 20,4 % Realschulabschluss oder Äquivalent, 25,9 % Fachabitur oder Abitur, 44,5 % Hochschul- oder Fachhochschulabschluss, 2,2 % Promotion und 0,4 % Habilitation.

1.6.2 Frage der Bevölkerungsrepräsentativität

Die Testentwicklung erreichte Menschen, die im Internet aktiv sind und sich für Hochsensibilität interessieren. Erreicht wurden insbesondere Mitglieder unserer Kennenlern-Plattform www.Gleichklang.de, Leserinnen und Leser von hochsensible.eu, sowie auch Facebooknutzer, die wir über bezahlte Werbeanzeigen auf die Umfrage aufmerksam machten. Für die untersuchten Stichproben kann damit keine Bevölkerungsrepräsentativität beansprucht werden. Dies zeigt sich auch deutlich an der Überrepräsentanz von Frauen und der starken Überrepräsentanz von höheren Bildungsabschlüssen.

Ist die nicht gegebene Repräsentativität der Stichprobe für die Gesamtbevölkerung ein ernsthaftes Problem für den neuen Hochsensibilitäts-Test?

Sicherlich wäre ein repräsentative Stichprobe wünschenswert, ihr Fehlen ist aber aus folgenden Gründen kein ernsthaftes Problem für den HSP-Test:

– Der Test will keine bevölkerungsrepräsentativen Durchschnittswerte abbilden, sondern zwischen hochsensiblen, teilweise hochsensiblen und nicht-hochsensiblen Personen unterscheiden. Diese lassen sich in der Stichprobe identifizieren und zwischen ihnen zeigen sich klare Unterschiede in der Ausprägung des HSP-Test. Es erscheint aus psychologischer Sichtweise als unwahrscheinlich, dass sich dies bei einer repräsentativen Stichprobe grundlegend ändern würde. Die Merkmale der Hochsensibilität dürften die Gleichen sein.

– Der HSP-Test kann in allen untersuchten Stichproben und Teilstichproben (Entwicklungs-Stichprobe, Replikationsstichprobe, verschiedene Alters-, Geschlechts- und Bildungsstichproben) gut differenzieren (siehe Abschnitte 1.77 – 1.7.10). Das Testergebnis scheint also robust gegenüber Stichprobenänderungen zu sein. Insofern ist zu erwarten, dass sich in einer repräsentativen Stichprobe die gleiche Robustheit zeigen würde.

– Im Verlauf der Testentwicklung zeigte sich, dass Einflüsse von Alter und Bildungsstand tatsächlich auf das Testergebnis so gering sind, dass sie vernachlässigt werden können (siehe Abschnitt 1.7.8). Dies macht erneut deutlich, dass mit einer repräsentativen Stichprobe vermutlich kein entscheidender Gewinn verbunden wäre.

In der Zukunft werden weitere Stichproben untersucht und die Robustheit der Befunde des Hochsensibilitäts-Test weiter überprüft werden. Alle vorliegenden Informationen sprechen zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber dafür, dass der HSP-Test stichprobenübergreifend eine hohe Gültigkeit (Validität) aufweist.

1.6.3 Erhobene Informationen

1.6.3.1 Direkte Selbstangabe zur eigenen Hochsensibilität

Alle Teilnehmenden wurden gebeten, auf einer vierstufigen Skala (nein, eher nein, eher ja, ja) direkt anzugeben, ob sie sich für hochsensibel halten oder nicht. Hierzu wurde den Teilnehmern folgende Definition von Hochsensibilität vorgelegt, damit sie eine begründete Entscheidung treffen können:

Hochsensible Personen kennzeichnen sich durch eine besonders ausgeprägte und detailreiche Wahrnehmung, eine deutliche Tendenz zum intuitiven Denken, ein oft sehr intensives Erleben von Musik oder Kunst, eine erhöhte Begeisterungsfähigkeit und eine besonders komplexe Fantasietätigkeit. Hochsensible weisen aber ebenfalls häufig eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit und eine leichtere Beeinflussbarkeit durch Stimmungen und Verhalten anderer Menschen auf.

Die Teilnehmer wurden zudem gebeten, anzugeben, wie sicher sie sich ihrer Hochsensibilität seien. Hierzu wurden eine sechsstufige Skala verwandt (sehr sicher, sicher, eher sicher, eher unsicher, unsicher, sehr unsicher).

Außerdem wurden die Teilnehmer bezüglich des Belastungs- oder Ressourcencharakter ihrer Hochsensibilität gebeten, folgende Auswahl zu treffen:

  • Ich erlebe meine Hochsensibilität vor allem als Gabe und Ressource
  • Ich erlebe meine Hochsensibilität vor allem als Belastung und Einschränkung
  • Ich erlebe meine Hochsensibilität als beides „Gabe und Ressourcen“, aber auch „Belastung und Einschränkung

Mithilfe der direkten Abfrage der eigenen Hochsensibilität wurde es möglich, Teilnehmer des Test als hochsensibel oder nicht hochsensibel zu klassifizieren bzw. weitere Zwischenstufen zu bilden. Ebenfalsl war so möglich, unter den Hochsensiblen Gruppen zu bilden, die sich anhand des erlebten Belastungs- oder Ressourcengrades voneinander unterschieden. Im Rahmen der Testentwicklung konnten nachfolgend Merkmale (Testfragen) identifiziert werden, die zwischen diesen Gruppen gut unterscheiden konnten.

Direkte Selbstangabe geeignet?

Die Testentwicklung erfolgte rein kriteriumbezogen. Die Testskalen wurden so entwickelt, dass sie zwischen Personen aufgrund ihrer direkten Selbstangaben zur möglichen eigenen Hochsensibilität und deren Belastungs-/Ressourcencharakter möglichst gut unterscheiden konnten.

Damit stellt sich aber die Frage, inwiefern die direkte Selbstangabe einer eigenen Hochsensibilität überhaupt ein geeignetes Kriterium ist? Je weniger geeignet dieses Kriterium wäre, desto weniger geeignet wäre nämlich auch der resultierende Test.

Fraglos ist von keiner perfekten Fähigkeit von Menschen auszugehen, eine eigene Hochsensibilität direkt zu erkennen. Vielmehr ist mit Beurteilungsfehlern zu rechnen, auch wenn diese durch Vorlage der Definition sicherlich reduziert werden konnten und sich vorwiegend Personen an der Umfrage beteiligten, die sich bereits für Hochsensibilität interessierten.

Eine absolute Korrektheit der Urteile aller Teilnehmer über ihre eigene Hochsensibilität ist für eine erfolgreiche Testentwicklung jedoch nicht notwendig. Es genügt für die Testentwicklung, wenn die Teilnehmer typischerweise zu einer korrekten oder weitgehend korrekten Einschätzung gelangen. Wenn Teilnehmer nach Vorgabe der Definition im Regelfall dazu in der Lage sind, eine eigene Hochsensibilität korrekt oder weitgehend korrekt einzuschätzen, ist es über die Gesamtstichprobe möglich, einen validen Test zu entwickeln, auch wenn Beurteilungsfehler bei einigen Personen vorliegen. Beurteilungsfehler der Teilnehmer mitteln sich dabei raus, wenn es sich nicht um systematische Fehler (z.B. konsequente Verkehrung von Hochsensibilität und Nicht-Hochsensibilität), sondern um eher zufällige Schwankungen des Antwortverhaltens handelt.

1.6.3.2 Testfragen zur Erfassung von Hochsensibilität

In die Testentwicklung gingen folgende 27 Testfragen ein, die die Teilnehmer jeweils auf einer fünfstufigen Skala (starke Ablehnung, Ablehnung, weder noch, Zustimmung, starke Zustimmung) für die eigene Person einstuften. Aufgrund einer theoretischen Analyse der Bedeutung von Hochsensibilität und diesbezüglich im Internet auch immer wieder dargestellter Schilderungen von Betroffenen wurde erwartet, dass diese Merkmale zwischen hochsensiblen und nicht-hochsensiblen Personen unterscheiden können:

  • ausgeprägtes emotionales Erleben
  • hohes Gerechtigkeitsempfinden
  • starker Wunsch nach einer liebevollen Welt
  • ausgeprägte Auseinandersetzung mit Spiritualität
  • starkes Streben nach Harmonie
  • sehr vielschichtige Gedankengänge
  • sehr intensive und differenzierte Fantasie
  • sehr detailreiche Wahrnehmung
  • intensive Wahrnehmung von Stimmung und Gefühlen anderer Menschen
  • hochgradige Fähigkeit zur Intuition
  • starkes inneres Erleben von Musik oder Kunst
  • intensive Träume in der Nacht
  • langes Nachklingen von Gefühlen
  • ausgeprägte Betrachtung von Gesamtzusammenhängen
  • hohe Begeisterungsfähigkeit
  • vielfältig interessiert
  • hohe Einfühlung und Empathie
  • Mitschwingen mit den Stimmungen anderer
  • starke Schmerzempfindlichkeit
  • hohe Empfindlichkeit gegenüber Lautstärke und starken Reizen
  • ausgeprägter Wunsch, Konflikte ruhig und freundlich zu klären
  • Verabscheuung von körperlicher Gewalt
  • Neigung zu Tagträumen
  • sehr interessiert an Selbsterfahrung
  • Praktizierung von meditativen Praktiken
  • positives Erleben von Stille
  • sehr hohe emotionale Verletzlichkeit

1.7 Ergebnisse

1.7.1 Einfache Zusammenhänge Testfragen und direkte Selbstangabe zur Hochsensibilität

Für die Ermittlung der einfachen Zusammenhänge zwischen den Testfragen und der Selbstangabe zur Hochsensibilität wurden Korrelationen (Pearson) berechnet.

Eine Korrelation ist ein statistisches Zusammenhangsmaß, welches einen Wert zwischen -1 und +1 annehmen kann. Ein Betrag von 1 verweist auf einen einen perfektiven positiven oder negativen Zusammenhang zwischen zwei Merkmalen. Ein Wert von Null bedeutet demgegenüber, dass zwischen zwei Merkmalen keinerlei Zusammenhang besteht. Betragswerte zwischen Null und 1 weisen auf eine gegen 100% wachsende Zusammenhangsstärke hin. Aufgrund von zufälligen Schwankungen in einer Stichprobe kann eine Korrelation von Null abweichen, obwohl tatsächlich gar kein Zusammenhang besteht. Dem wird statistisch durch die Bestimmung der Signifikanz einer Korrelation begegnet, wodurch sichergestellt werden kann, dass eine Korrelation mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Zufallskorrelation ist. Es wurde für alle Berechnungen im Rahmen der Testentwicklung ein Signifikanzniveau von 99 % gewählt. Dies bedeutet, dass ein Befund nur dann als signifikant gewertet wurde, wenn sich dieser mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 % nicht durch Zufall erklären ließ.

Tabelle 1 zeigt die Korrelationen zwischen den Testfragen und der direkten Selbstangabe zur eigenen Hochsensibilität, wobei die Korrelationen noch Stärke geordnet sind. Alle Korrelationen waren statistisch signifikant. Die Erwartung, dass die Testfragen mit der direkten Selbstangabe zur eigenen Hochsensibilität korrelieren würden, bestätigte sich. Alle 27 Fragen zeigten eine signifikante Korrelation mit der direkten Angabe der Teilnehmer zu einer möglichen eigenen Hochsensibilität.

Tabelle 1: Korrelationen zwischen den Testfragen zur Hochsensibilität und der direkte Selbstangabe zur eigenen Hochsensibilität

Sind sie hochsensibel in folgendem Sinne?
ausgeprägtes emotionales Erleben ,516**
sehr detailreiche Wahrnehmung ,506**
starkes inneres Erleben von Musik oder Kunst ,492**
intensive Wahrnehmung von Stimmung und Gefühlen anderer Menschen ,488**
hochgradige Fähigkeit zur Intuition ,477**
langes Nachklingen von Gefühlen ,451**
sehr intensive und differenzierte Fantasie ,445**
sehr hohe emotionale Verletzlichkeit ,425**
Mitschwingen mit den Stimmungen anderer ,414**
hohe Einfühlung und Empathie ,413**
starke Schmerzempfindlichkeit ,410**
sehr vielschichtige Gedankengänge ,400**
hohe Empfindlichkeit gegenüber Lautstärke und starken Reizen ,365**
hohe Begeisterungsfähigkeit ,342**
ausgeprägte Auseinandersetzung mit Spiritualität ,311**
sehr interessiert an Selbsterfahrung ,311**
intensive Träume in der Nacht ,3**
starker Wunsch nach einer liebevollen Welt ,294**
Neigung zu Tagträumen ,274**
ausgeprägte Betrachtung von Gesamtzusammenhängen ,269**
Praktizierung von meditativen Praktiken ,264**
vielfältig interessiert ,261**
starkes Streben nach Harmonie ,252**
hohes Gerechtigkeitsempfinden ,241**
positives Erleben von Stille ,224**
augeprägter Wunsch, Konflikte ruhig und freundlich zu klären ,154**
Verabscheuung von körperlicher Gewalt ,140**

Da Hochsensibilität ein komplexes Merkmal ist, war nicht zu erwarten, dass eine einzige Frage einen sehr starken Zusammenhang zur Hochsensibilität aufweisen würde. Hinzu kommt, dass die direkte Selbstangabe zur Hochsensibilität – trotz vorgelegter Definition – ebenfalls fehleranfällig ist.

Die Korrelationen der einzelnen Testfragen mit der direkten Selbstangabe zur eigenen Hochsensibilität schwankten tatsächlich zwischen gering (z. B. Verabscheuung körperlicher Gewalt), moderat (z. B. sehr vielschichtige Gedankengänge) und mittelgradig (z. B. Ausgeprägtes emotionales Erleben), was den Erwartungen entsprach.

Diese Ergebnisse zeigten zunächst, dass die Antworten auf die untersuchten Testfragen sich tatsächlich in Übereinstimmung mit den Erwartungen zwischen Menschen in Abhängigkeit von Bestehen und Stärke einer möglichen Hochsensibilität unterschieden. Dies wiederum stützte die anfangs nur theoretisch begründete Annahme, dass es sich bei den untersuchten Testfragen wirklich um Indikatoren für Hochsensibilität handelte, die für die Entwicklung eines Hochsensibilitäts-Tests herangezogen werden konnten.

1.7.2 Testkonstruktion Skala „Hochsensibilität“

Zur Beantwortung der Frage „bin ich hochsensibel?“ wurde nunmehr unter Verwendung der dargestellten Testfragn eine Testskala konstruiert. Diese Skala sollte feststellen können, ob ein einzelner Teilnehmer hochsensibel, teilweise hochsensibel oder nicht-hochsensibel ist.

Es war nicht sinnvoll, einfach die verwandten 27 Testfragen alle aufzusummieren, um eine Testskala zu erstellen. Dies war deshalb nicht sinnvoll, weil es sich bei den Testfragen nicht um völlig unabhängige Indikatoren für Hochsensibilität handelte, sondern zwischen den Items ihrerseits vielfältige Zusammenhänge bestanden. Wenn aber zwei Testfragen, die hoch miteinander korrelieren, aufsummiert werden, mag ihre Bedeutung für die Erfassung eines dritten Merkmals überbewertet werden. Dies würde die Präzision der Erfassung des interessierenden Merkmals reduzieren.

Bei der Testentwicklung ging es also darum, herauszufinden, welche Items aus den insgesamt 27 möglichen Items in die Testskala einbezogen werden sollten, um eine möglichst optimale Erfassung von Hochsensibilität zu ermöglichen. Ebenfalls herangezogen wurden die Kriterien der Ökonomie (möglichst kurzer Test) und der Interpretierbarkeit.

Zur Beantwortung dieser Frage wurde auf Methoden der Regressionsrechnung zurückgegriffen.

Wikipedia: „Regressionsanalysen sind statistische Analyseverfahren, die zum Ziel haben, Beziehungen zwischen einer abhängigen und einer oder mehreren unabhängigen Variablen zu modellieren. Sie werden insbesondere verwendet, wenn Zusammenhänge quantitativ zu beschreiben oder Werte der abhängigen Variablen zu prognostizieren sind.“ Regressionsrechnungen ermöglichen es also bei Testentwicklungen, aus einer Gesamtheit von Testfragen diejenigen Testfragen herauszusuchen, die einen eigenen unabhängigen Beitrag zur Vorhersage eines anderen Merkmals (in diesem Fall Hochsensibilität) leisten. Die herausgesuchten Testfragen werden dabei statistisch mithilfe sogenannter Regressionsgewichte so kombiniert, dass die daraus resultierende Gesamt-Skala das zu erfassende Merkmal tatsächlich so gut wie möglich vorhersagt.

Es wurde eine lineare Regressionsanalyse gerechnet, wobei die Antworten in der Hochsensibilitäts-Frage durch die Antworten in den 27 Testfragen statistisch vorhergesagt wurden. Es wurde also ermittelt, wie gut es möglich war, allein aus Kenntnis der Antworten in den 27 Testfragen statistisch vorherzusagen, was eine Person bei der direkten Hochsensibilitäts-Frage ankreuzte.

Für Interessierte werden die Ergebnisse der linearen Regressionsrechung über alle 27 Testfragen in ihren Details im Anhang A1 dargestellt. Hier werden lediglich die Hauptergebnisse vorgestellt und diskutiert:

Das Ergebnis zeigte, dass die 27 Testfragen die Hochsensibilitäts-Frage signifikant und sehr gut vorhersagen konnten. Es ergab sich eine signifikante multiple Korrelation von R=.73.

Eine multiple Korrelation spiegelt dabei die Korrelation zwischen der Kombination mehrerer Testfragen/Items und einem anderen Merkmal wider.

Die erhaltene multiple Korrelation von ,73 entsprach entsprechend dem Zusammenhang zwischen den 27 Testfragen zur Hochsensibilität auf der einen Seite und der direkten Selbstangabe der Teilnehmer zu ihrer Hochsensibilität auf der anderen Seite.

Allerdings zeigten die Ergebnisse ebenfalls, dass keineswegs alle der 27 Testfragen einen signifikanten eigenständigen Beitrag zur Erfassung von Hochsensibilität leisteten. Bei Verwendung aller Items würden also auch solche Informationen in die Skala eingehen, die tatsächlich für die Erfassung von Hochsensibilität nicht relevant wären. Entsprechend war es notwendig, diejenigen Items zu identifizieren, die tatsächlich einen eigenständigen, signifikanten Beitrag zur Messung von Hochsensibilität leisteten und nur diese im Anschluss in die neue Testskala einzubeziehen.

Hierfür wurde auf die Methode der schrittweisen Vorwärtsregression zurückgegriffen, die es ermöglichte, am Ende eine Auflistung von Testfragen zu erhalten, die ausnahmslos einen signifikanten eigenständigen Messbeitrag für die Erfassung von Hochsensibilität leisteten. Für Interessierte werden die Ergebnisse der schrittweisen Vorwärtsregression in ihren Details im Anhang A1-2 dargestellt. Hier wird nur das Hauptergebnis vorgestellt und diskutiert.

Die schrittweise Vorwärtsregression führte inhaltlich zu dem Ergebnis, dass lediglich 18 der 27 Testfragen tatsächlich einen signifikanten eigenständigen Beitrag für die Messung von Hochsensibilität leisteten. Zwischen diesen 18 Items und der direkten Selbstangabe zur Hochsensibilität ergab sich erneut eine multiple Korrelation von R=.73, die nur nach der dritten Kommastelle minimal geringer ausfiel als die multiple Korrelation bei Einbezug aller 27 Testfragen.

Allerdings zeigte eine genauere Betrachtung der Regressionsgewichte, dass bei einigen Testfragen nunmehr negative Regressionsgewichte auftraten, was statistisch zwar unproblematisch, aber inhaltlich schwer zu interpretieren war.

Regressionsgewichte geben an, mit welcher Stärke und in welcher Richtung ein Merkmal in eine Skala eingeht. Ein negatives Regressionsgewicht bedeutet entsprechend, dass ein Merkmal nicht positiv, sondern mit einem Minuswert in eine Skala eingeht.

Für eine inhaltliche bessere Interpretierbarkeit wurde auf eine Lösung mit 13 Testfragen zurückgegangen, bei der alle 13 Testfragen ausschließlich positive Regressionsgewichte aufwiesen und somit direkt interpretierbar waren. Diese Skala zeigte zudem eine weiterhin erfreulich hohe multiple Korrelation von R=.72 zur direkten Selbstangabe der Hochsensibilität.

Durch die Regressionsanalysen konnten also zufällige und redundante Informationen entfernt werden und es konnte eine gute direkte Interpretierbarkeit der resultierenden Hochsensibilitäts-Skala erreicht werden.

Dies sind die 13 in die letztliche Skala zur Erfassung von Hochsensibilität eingehenden Testfragen:

  1. ausgeprägtes emotionales Erleben
  2. sehr detailreiche Wahrnehmung
  3. starke Schmerzempfindlichkeit
  4. starkes inneres Erleben von Musik oder Kunst
  5. hochgradige Fähigkeit zur Intuition
  6. sehr hohe emotionale Verletzlichkeit
  7. intensive Wahrnehmung von Stimmung und Gefühlen anderer Menschen
  8. sehr intensive und differenzierte Fantasie
  9. sehr vielschichtige Gedankengänge
  10. hohe Empfindlichkeit gegenüber Lautstärke und starken Reizen
  11. ausgeprägte Auseinandersetzung mit Spiritualität
  12. Mitschwingen mit den Stimmungen anderer
  13. starkes Streben nach Harmonie

1.7.3 Aufsummierung der Testfragen zur Skala „Hochsensibilität“

Grundsätzlich wäre es nun möglich gewesen, die Regressionsgewichte für die Konstruktion der Skala Hochsensibilität zu verwenden. Hierfür wäre jede Testfrage mit ihrem Regressionsgewicht zunächst multipliziert worden, bevor die einzelnen Testfragen aufaddiert worden wären. Allerdings erweisen sich Regressionsgewichte typischerweise über verschiedene Stichproben als wenig stabil. Es wurde daher bei der Konstruktion der Skala auf die Regressionsgewichte verzichtet und alle 13 Testfragen wurden einfach ungewichtet aufsummiert.

Die Korrelation der ungewichteten Skala Hochsensibilität mit der der direkten Selbstangabe betrug weiterhin r= ,71. Sie war damit also nur minimal geringer wie der Wert ,72, der sich bei Verwendung der Regressionsgewichte ergeben hätte.

Inhaltlich bedeutet die einfache Aufsummierung der Testfragen übrigens, dass umso eher bei einer einzelnen Person von Hochsensibilität ausgegangen werden kann, je stärker sie die 14 Testfragen als für sich zutreffend bewerteten. Geringere Werte in einer Testfrage können dabei durch höhere in einer anderen Testfrage ausgeglichen werden. Es wird also von einem kompensatorischen Modell ausgegangen, wobei innerhalb des Spektrums Hochsensibilität durchaus verschiedene Facetten wirksam sein mögen. Im HSP-Test interessiert für die Feststellung von Hochsensibilität aber lediglich der Gesamtscore.

Künftig könnte es interessant sein, den HSP-Test um weitere Testfragen zu erweitern und dadurch verschiedene Facetten von Hochsensibilität darstellen zu können.

Verschiedene Regressionsverfahren

Übrigens wurden verschiedene weitere Regressionsverfahren eingesetzt, um die Vergleichbarkeit von Lösungen miteinander zu ermitteln und gegebenenfalls eine bessere Lösung zu finden. Letztlich ergaben sich aber sehr ähnliche bis identische Ergebnisse. So führte die Verwendung von optimalen Skalierungsprozeduren, bei denen für alle Variablen von einem Oridinalskalen-Niveau ausgegangen wurde, zu einer nur minimalen Verbesserung der Varianzaufklärung (R=.75 über das Gesamtmodell mit 27 Items), was die aus den Variablentransformationen resultierende Erschwernis der Interpretation nicht rechtfertigte. Die Entscheidung fiel daher für die einfachere lineare Lösung nach Vorwärtsregression.

1.7.4 Aufsummierung der Testfragen zur Hochsensibilitäts-Skala

Grundsätzlich wäre es nun möglich gewesen, die Regressionsgewichte für die Konstruktion der Skala Hochsensibilität zu verwenden. Hierfür wäre jedes Item mit seinem Regressionsgewicht zunächst multipliziert worden, bevor die einzelnen Items aufaddiert worden wären. Allerdings erweisen sich Regressionsgewichte typischerweise über verschiedene Stichproben als wenig stabil. Es wurde daher bei der Konstruktion der Skala auf die Regressionsgewichte verzichtet und alle 13 Items wurden einfach ungewichtet aufsummiert.

Inhaltlich bedeutet dies, dass umso eher bei einer einzelnen Person von Hochsensibilität ausgegangen werden kann, je stärker diese 13 Items für sie zutreffen. Höhere Werte in einem Item können dabei geringere in einem anderen Item ausgleichen. Es wird also von einem kompensatorischen Modell ausgegangen, wobei innerhalb des Spektrums Hochsensibilität durchaus verschiedene Facetten wirksam sein mögen.

1.7.5 Verteilung der Skala Hochsensibilität

Tabelle 2 zeigt die Verteilung der Hochsensibilitäts-Skala in der Gesamtstichprobe, sowie separat für die vier Stufungen der direkten Hochsensibilitäts-Einschätzung. Die 13 Hochsensibilitäts-Fragen konnten jeweils Zahlenwerte von 1 (starke Ablehnung) bis 5 (starke Zustimmung) erhalten. Erkennbar wird, dass der Testscore mit wachsendem Score in der direkten Selbstangabe zur eigenen Hochsensibilität zunahm. Dabei waren sämtliche Unterschiede zwischen den vier Stufen signifikant. Dies entsprach den Erwartungen und macht deutlich, dass die Skala zwischen unterschiedlichen Ausprägungsmerkmalen von Hochsensibilität (nicht, teilweise, vollauf) unterscheiden kann.

Tabelle 2: Mittelwerte und Standardabweichungen der Sakla Hochsensibilität für die Gesamtstichprobe und die vier verschiedenen Selbstangaben zur Hochsensibilität

Mittelwert Standardabweichung
Gesamt (N=4670) 53,56 6,78
Nein (N=117) 37,38 7,18
eher nein (N=445) 43,98 5,48
eher ja (N=1776) 52 4,82
Ja (N=2332) 57,38 4,37

Reliabilität der Skala

Ein Cronbach’s Alpha von .844 spricht für eine hohe Homogenität/interne Konsistenz der Skala. Die eingeschlossenen Testfragen scheinen demnach keine vorwiegend heterogenen Merkmale, sondern ein einheitliches zugrundeliegendes Kunstrukt zu erfassen.

Dreistufige Ergebnisrückmeldung

Für die Ergebnisrückmeldung für den Test fiel die Entscheidung für eine dreistufige Rückmeldung aus, da diese für die Testteilnehmer deutlich klarer sein dürfte als eine vierstufige Rückmeldung.

Folgende Rückmeldungen wurden für den Test festgelegt:

nicht hochsensibel: Ihren Angaben ergeben sich keine Hinweise darauf, dass bei Ihnen eine Hochsensibilität vorliegt. Die von Ihnen geschilderten Erlebnisweisen weisen nicht auf eine sehr stark erhöhte Komplexität und Sensitivität Ihrer inneren psychischen Verarbeitungsweisen hin.

teilweise hochsensibel: Ihre Angaben weisen darauf hin, dass Sie über hochsensitive Wahrnehmungs- und Erlebnisweisen verfügen, die sich vom Durchschnitt deutlich unterscheiden. Es ist von einer hochsensitiven Tendenz auszugehen, die aber nicht die Schwelle zur sicheren Feststellung von Hochsensibilität überschreitet.

hochsensibel: Der kritische Schwellenwert für die Feststellung von Hochsensibilität ist überschritten. Ihre Angaben sprechen daher dafür, dass Sie hochsensibel sind.

Entsprechend der Wahl der dreistufigen Rückmeldung wurden die Stufen „Nein“ und „eher nein“ bei der direkten Hochsensibilitäts-Abfrage zu einer Stufe „nicht hochsensibel“ zusammengefasst. Die Antwort „eher ja“ ergab die mittlere Kategorie (teilweise hochsensibel) und die Antwort „ja“ ergab die Kategorie „hochsensibel.

Tabelle 3 zeigt die Verteilung der Hochsensibilitätsskala für diese drei neu gebildeten Stufen in der direkten Hochsensibilitäts-Abfrage. Erneut zeigte sich mit wachsendem Score in der Selbstangabe auch ein wachsender Score im Test Hochsensiblität, wobei aller Unterschiede zwischen den Stufen erneut statistisch signifikant waren.

Tabelle 3: Mittelwerte und Standarfabweichungen der Skala Hochsensibilität für die drei Gruppen „nicht hochsensiel“, „teilweise hochsensibel“ und „hochsensibel“

Mittelwert Standardabweichung
nicht hochsensibel 42,61 6,39
teilweise hochsensibel 52,00 4,82
hochsensibel 57,38 4,37

1.7.6 Festlegung der Schwellen für die Zuweisung

In einem weiteren Schritt wurden nunmehr die Schwellen in der Hochsensibilitäts-Skala festgelegt, um künftig einzelne Personen einem der drei möglichen Testergebnisse nicht hochsensibel, teilweise hochsensibel und hochsensibel zuweisen zu können.

Die Ermittlung der Schwellenwerte erfolgte diskriminanzanalytisch.

Die Diskriminanzanalyse ist ein statistisches Verfahren, welches es erlaubt, Personen anhand einer Anzahl an Merkmalen in zwei oder mehr Gruppen aufzuteilen. Als Gruppen dienten dabei die drei Stufen in der direkten Hochsensibilitätsabfrage und als Merkmal wurde der Gesamtwert in der Hochsensibilitätsskala zugrunde gelegt.

Die Detailergebnisse der Diskriminanzanalyse sind im Anhang A1-4 für Interessierte dokumentiert. Tabelle 4 stellt die Raten korrekter Zuweisung dar, wobei insgesamt 67,70 % der Fälle allein anhand der neuen Hochsensiblitäts-Skala korrekt ihrer eigenen vorherigen Hochsensibilitäts-Einschätzung zugewiesen werden konnten. 67,70% mögen auf den ersten Blick als niedrig erscheinen, aber bei einer Zuweisung zu drei Stufen ergäbe sich bei rein zufälliger Zuweisung eine korrekte Zuweisungsrate von nur 33,33 %. Die hier erreichte Zuweisungs-Korrektheit ist doppelt so hoch.

Tabelle 4: Korrekte diskriminanzanalytische Zuweisung der Probanden durch den Test zu drei Hochsensibiltiäts-Kategorien

Test/Selbstangabe nicht hochsens teilw. hochsens hochsensibel
nicht hochsens 79,5 17,4 3
teilw. hochsens 17,8 50,8 31,4
hochsensibel 2,2 21,1 76,7

Zudem ist die Art der „Klassifikationsfehler“ zu berücksichtigten. Wurde es lediglich als „Klassifikationsfehler“ gewertet, wenn sich die Eigeneinschätzung und Testeinschätzung um zwei Stufen und damit wirklich deutlich unterschied (also hochsensibel versus nicht-hochsensibel), ergab sich ein ganz anderes Bild:

  • Nur in drei 3,0 % ergab das Testergebnis nicht hochsensibel, wenn die Selbsteinschätzung hochsensible lautete
  • Nur in 2,2 % ergab das Testergebnis hochsensibel, wenn die Selbstangabe nicht hochsensibel lautete.

Ohnehin sind diese „Klassifikationsfehler“ nur im statistischen Sinne Fehler. Vermutlich spiegeln sie in Wirklichkeit großenteils inkorrekte Selbsteinschätzungen der Betroffenen wider, die nunmehr durch den Test korrigiert werden konnten. Es ist also davon auszugehen, dass jemand, der geringe Testwerte erreicht, tatsächlich nicht hochsensibel ist, auch wenn er sich dafür gemäß seiner Selbstangabe hält. Umgekehrt sprechen hohe Testwerte für Hochsensibilität, auch wenn eine Person selbst nicht davon ausgehen sollte, hochsensibel zu sein.

Aufgrund der Ergebnisse der Diskriminanzanalyse wurden folgende Schwellenwerte für die Skala Hochsensibilität festgelegt:

  • nicht hochsensibel: 13 – 47
  • teilweise hochsensibel: 48 – 54
  • hochsensibel: 55-65

1.7.7 Replikation in einer zweiten Stichprobe

Der neue Test zur Hochsensibilität wurde anhand einer Stichprobe entwickelt, die Zusammensetzung der Skala wurde bestimmt und es wurden diskriminanzanalytisch Schwellenwerte festgelegt. Aber kann der Test auch in einer komplett neuen Stichprobe ausreichend differenzieren?

Um dies zu überprüfen, wurden in der völlig unabhängigen Replikationsstichprobe die Korrelationen berechnet zwischen dem Summenwert der Hochsensibilitäts-Skala und der resultierenden dreistufigen Klassifikation mit der vierstufigen und dreistufigen direkten Selbstangabe zur eigenen Hochsensibilität. Es ergaben sich hochsignifikante und starke Korrelationen von r = ,75 (vierstufig) und r = ,72 (dreistufig). Diese Korrelationen zeigen, dass der neue Test Hochsensibilität auch in einer anderen Stichprobe als der Entwicklungsstichprobe eine hohe Gültigkeit (Validität) aufweist. Dies ist bedeutsam, weil der Test für die Entwicklungsstichprobe statistisch optimiert wurde. Nunmehr wird aber deutlich, dass die Gültigkeit des Tests auch auf eine neue Stichprobe generalisiert.

Es kann aufgrund dieser Befunde festgestellt werden, dass es gelungen ist, eine valide Skala zur Feststellung von Hochsensibilität zu entwickeln und ihre Differenzierungsfähigkeit in einer unabhängigen Stichprobe zu bestätigen.

1.7.8 Einflüsse von Geschlecht, Alter und Bildungsstand

Tabelle 5 zeigte die Korrelationen zwischen der Selbstangabe Hochsensibilität (vierstufig/dreistufig) und dem Test Hochsensibilität (Summenwert/dreistufiges Ergebnis) mit Geschlecht (Mann=0/Frau=1), Alter und Bildungsstand in der Entwicklungsstichprobe und in der Replikationsstichprobe:

Tabelle 5: Korrelationen zwischen der direkten Selbstangabe zur eigenen Hochsensibilität und dem Test Hochsensibilität it Geschlecht, Alter und Bildungsstand

Selbstangabe Test Hochsensibilität
Entwicklungs-Stichprobe
Geschlecht ,15* / ,14* ,25* / ,24*
Alter ,01 / ,00 ,10* / ,09*
Bildungsstand -,* /-,* -,09* / -,09*
Replikations-Stichprobe
Geschlecht ,12* / ,11* ,23* / ,22*
Alter ,01 / ,00 ,12* /,10*
Bildungsstand -,09* / -,09* ,-,14* / -,12*

Aus den Korrelationen wird Folgendes deutlich:

  • Geschlecht ist konsistent mit Hochsensibilität assoziiert: Frauen erzielten eine etwas höhere Selbstangabe Hochsensibilität sowie ein etwas höheres Testergebnis Hochsensibilität unter allen Bedingungen.
  • Bildungsstand ist konsistent negativ mit Hochsensibilität assoziiert: Personen mit höheren Bildungsstand zeigten eine etwas geringere Selbstangabe Hochsensibilität sowie ein etwas geringeres Testergebnis Hochsensibilität unter allen Bedingungen.
  • Alter zeigt signifikant positive Bezüge zum Hochsensibilitätstest, nicht aber zur direkten Selbstangabe Hochsensibilität.

Der Test Hochsensibilität zeigt insgesamt etwas deutlichere Zusammenhänge zu Geschlecht, Alter und Bildungsstand als die direkte Selbstangabe zur möglichen eigenen Hochsensibilität

Alle Korrelationen sind gering bis sehr gering. Ein Großteil der Korrelationen ist so gering, dass hier nur triviale Zusammenhänge deutlich werden. Hochsensibilität erscheint nach diesen Befunden insofern insgesamt in einem beachtlichen Ausmaß unabhängig zu sein von Alter, Geschlecht und Bildungsstand. Am stärksten ist aber offenbar noch der Zusammenhang zum Geschlecht, was insbesondere bei Zugrundelegung des Tests Hochsensibilität deutlich wird. Dies ist inhaltlich wiederum durchaus plausibel.

1.7.9 Keine Normen für Geschlecht, Alter und Bildungsstand

Bei der Testentwicklung wurde bewusst auf die Bereitstellung von Alters- , Geschlechts-und Bildungsnormen verzichtet. Derartige Normen führen dazu, dass z. B. Männer nur mit Männern und nicht mehr mit Frauen oder der Gesamtstichprobe verglichen werden. Mögliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen in einem Merkmal werden durch solche Normen statistisch entfernt. Hierauf wurde verzichtet, weil bei der aktuellen Testentwicklung Hochsensibilität als ein Merkmal verstanden wird, welches sich beispielsweise durchaus zwischen den Geschlechtern unterscheiden kann. Allerdings weisen die beobachteten Korrelationen zunächst darauf hin, dass die Unterschiede so gering ist, so dass ohnehin auf die Bereitstellung von entsprechenden Normen verzichtet hätte werden können. Ganz stimmig ist diese Argumentation allerdings womöglich nicht. Die Zusammenhänge zu Alter, Bildungsstand und Geschlecht mögen nämlich unterschätzt worden sein, da sich an der Erhebung ja vorwiegend Personen beteiligten, die sich für das Thema interessieren. Womöglich wären also stärkere Zusammenhänge deutlich geworden, wenn eine bevölkerungsrepräsentative Stichprobe vorgelegen hätte.

Viel wichtiger ist jedoch die Fragestellung, ob Alter, Geschlecht und Bildungsstand die Differenzierungsfähigkeit des Tests zwischen hochsensiblen und nicht-hochsensiblen Personen beeinflussen. Wäre dies der Fall, müssten doch spezielle Normen herangezogen werden.

Differenzierungsfähigkeit des Tests Hochsensibilität in Abhängigkeit von Geschlecht, Alter und Bildungsstand

Kann davon ausgegangen werden, dass der entwickelte Hochsensibilitäts-Test auch tatsächlich bei beiden Geschlechtern und in allen Altersgruppen und in unterschiedlichen Bildungsstufen zwischen hochsensiblen und nicht-hochsensiblen Personen differenziert?

Diese für die Gültigkeit (Validität) des Tests äußerst wichtige Frage wurde untersucht, indem die Korrelationen zwischen dem Testergebnis Hochsensibilität und der direkten Selbstangabe zur Hochsensibilität separat für Männer, Frauen, jüngere Personen und ältere Personen, Personen mit geringerem Bildungsstand und Personen mit höherem Bildungsstand berechnet und miteinander verglichen wurden. Dies geschah wiederum separat in der Testentwicklungs-Stichprobe und in der Replikations-Stichprobe. Die Unterteilung der Stichproben in jüngere und ältere Personen, sowie in Personen mit höherem oder niedrigerem Bildungsstand erfolgte dabei nach Mediansplit.

Tabellen 6 zeigt die Korrelationen zwischen dem neuen Test Hochsensibilität (Gesamtscore / dreistufige Klassifikation) für die verschiedenen Gruppen in der Entwicklungs-Stichprobe und in der Replikations-Stichprobe.

Tabelle 6: Korrelationen zwischen dem neuen Test Hochsensibilität (Gesamtscore / dreistufige Klassifikation) für verschiedene Teilgruppen in der Entwicklungs-Stichprobe und in der Replikations-Stichprobe.

Test Hochsensibilität
Entwicklungs-Stichprobe
Frauen ,69* / .67*
Männer ,74* / .72*
Jüngere ,73* / ,71*
Ältere ,69* / ,68*
geringere Bildung ,69* /,68*
höhere Bildung ,72* / ,70*
Replikations-Stichprobe
Frauen ,73* / ,67*
Männer ,77* / ,72*
Jüngere ,76* / ,68*
Ältere ,76* / ,72*
geringere Bildung ,71* / ,65*
höhere Bildung ,78* / ,73*

Erkennbar werden hohe Zusammenhänge zwischen direkter Einschätzung als hochsensibel und Testergebnis in allen Maßen und in allen Teilstichproben. Die Zugrundelegung der identifizierten Schwellenwerte für die dreistufige Auswertung ist für alle untersuchten Geschlechts-, Alters- und Bildungsstand-Gruppen insofern berechtigt. Diese Befunde belegen, dass der entwickelte Hochsensibilitäts-Test für Frauen, Männer, verschiedene Altersgruppen und Menschen mit unterschiedlichem Bildungsstand geeignet ist.

1.7.10 Verzichtbarkeit bevölkerungsrepräsentativer Stichprobe

Die erhaltenen statistischen Befunde zeigen, dass zweierlei:

  • Alter, Geschlecht und Bildungsstand sind nur geringgradig oder sogar nur trivial mit dem Ergebnis des Hochsensibilitäts-Test assoziiert
  • der neue Hochsensibilitäts-Test kann in verschiedenen Alters-, Bildungsstufen und bei Männern und Frauen gut zwischen nicht hochsensiblen und hochsensiblen Personen unterscheiden
  • der in der Entwicklungs-Stichprobe optimierte Test zeigt sich auch in der Replikations-Stichprobe als ebenso gut geeignet für die Messung von Hochsensibilität.

Diese Ergebnisse lassen es als hochgradig wahrscheinlich erscheinen, dass der neue Test Hochsensibilität in einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe vergleichbare Ergebnisse zeigen würde wie in den aktuell hier untersuchten Stichproben. Diese Schlussfolgerung begründet sich damit, dass sich die ermittelten Schwellen zur Feststellung von Hochsensibilität in zwei unabhängigen Stichproben und in allen hier untersuchten Teilstichproben als ähnlich wirksam erwiesen haben. Auf eine mit nur hohem Aufwand herstellbare repräsentative Stichprobe konnte daher für diese Testentwicklung verzichtet werden. Dennoch wird die Robustheit des neuen Tests Hochsensibilität auch künftig in zahlreichen weiteren Stichproben und Teilstichproben untersucht werden werden.

2. Testpsychologische Erfassung des Ressourcen-Belastungs-Charakters einer Hochsensibilität

2.1 Hochsensibilität als Ressource oder Belastung

Hochsensible können von ihrer Hochsensibilität profitieren oder durch sie belastet werden. Entsprechend wurde allen Teilnehmenden der Testentwicklungs-Stichprobe und der Replikations-Stichprobe die Frage gestellt, wie sehr sie ihre Hochsensibilität als Ressource oder Belastung erleben.

17,3 % der Testentwicklungs-Stichprobe gaben an, ihre Hochsensibilität vorwiegend als Ressource zu erleben. 73,4 % gaben an, ihre Hochsensibilität als Ressource und Belastung zu erleben. 9,3 % schilderten, ihre Hochsensibilität vorwiegend als Belastung zu erleben.

Für die Testentwicklung wurden die beiden eindeutigen Antworten „vorwiegend Ressource“ und „vorwiegend Belastung“ herangezogen. Statistisch untersucht wurde die Frage: Was unterscheidet Menschen voneinander, die Hochsensibilität als Ressource oder als Belastung erleben? Zielstellung der Testentwicklung war es, zu untersuchen, ob sich eine Testskala entwickeln lässt, die darüber Auskunft gibt, ob ein hochsensibler Mensch eher von seiner Hochsensibilität profitieren kann oder durch sie eher belastet wird?

Um dies zu untersuchen, wurden zusätzlich zu den Testfragen zur Hochsensibilität Einschätzungen zu einer Reihe von möglichen negativen Gefühlszuständen oder sozialen Problemen auf der gleichen fünfstufigen Skala von starke Ablehnung (1) bis starke Zustimmung (5) erfasst:

  • häufige Ängste
  • viel Traurigkeit
  • sehr hohe emotionale Verletzlichkeit
  • zweifle an mit selbst
  • kann mich nicht durchsetzen
  • bin schnell überfordert
  • ziehe mich stark zurück
  • fühle mich ungerecht behandelt
  • bin oft hilflos
  • verzweifle an dieser Welt
  • bin sozial isoliert
  • habe viele körperliche Beschwerden
  • werde ausgenutzt
  • werde gemobbt
  • fühle mich unverstanden

Außerdem wurden als potentielle Belastung oder Ressourcen-Faktoren direkte Selbsteinschätzungen zu den folgenden fünf Persönlichkeitsmerkmalen einbezogen:

  • Neurotizismus (emotionale Labilität)
  • Extraversion
  • Offenheit für neue Erfahrungen
  • Gewissenhaftigkeit
  • soziale Verträglichkeit

Hinweis Tabelle 7 und 8 zeigen die (punktbiserialen) Korrelationen zwischen den insgesamt 46 verwandten Testfragen mit der Frage, ob Hochsensibiltiät vorwiegend als Belastung (0) oder als Ressource (1) erlebt wurde. Tabelle 7 enthält die negativen Korrelationen, die also auf eine erhöhte Belastung hinweisen. Tabelle 8 enthält die positiven Korrelationen, die auf erhöhten Ressourcencharakter hinweisen. Signifikante Korrelationen sind mit * gekennzeichnet.

Tabelle 7: Korrelationen zu wahrgenommener Belastung durch Hochsensiblität (positive Korrelation = erhöhte Belastung)

häufige Ängste ,563*
zweifle an mit selbst ,542*
bin schnell überfordert ,530*
Neurotizismus ,534
viel Traurigkeit -,528*
bin oft hilflos ,522*
fühle mich unverstanden ,477*
verzweifle an dieser Welt ,476*
kann mich nicht durchsetzen ,474*
bin sozial isoliert ,444*
sehr hohe emotionale Verletzlichkeit ,437*
fühle mich ungerecht behandelt ,401*
habe viele körperliche Beschwerden ,359*
werde ausgenutzt ,311*
werde gemobbt ,288*
langes Nachklingen von Gefühlen ,228*
starke Schmerzempfindlichkeit ,197*
hohe Empfindlichkeit gegenüber Lautstärke und starken Reizen ,167*
Neigung zu Tagträumen ,120*
starkes Streben nach Harmonie ,100*
starker Wunsch nach einer liebevollen Welt ,084*
ausgeprägtes emotionales Erleben ,070
Mitschwingen mit den Stimmungen anderer ,067
hohes Gerechtigkeitsempfinden ,060
sehr vielschichtige Gedankengänge ,055

Tabelle 8: Korrelationen zu wahrgenommenen Ressourcen durch Hochsensiblität (negative Korrelation = weniger Belastung, vermehrte Ressource)

hochgradige Fähigkeit zur Intuition -,287*
Offenheit für Erfahrungen -,253*
Praktizierung von meditativen Praktiken -,236*
ausgeprägte Auseinandersetzung mit Spiritualität -,215*
hohe Begeisterungsfähigkeit -,213*
Extraversion -,201*
vielfältig interessiert -,192*
sehr interessiert an Selbsterfahrung ,184*
starkes inneres Erleben von Musik oder Kunst -,156*
Soziale Verträglichkeit -,240
ausgeprägte Betrachtung von Gesamtzusammenhängen -,133*
hohe Einfühlung und Empathie -,130*
sehr detailreiche Wahrnehmung -,120*
positives Erleben von Stille -,098*
sehr intensive und differenzierte Fantasie -,087*
intensive Wahrnehmung von Stimmung und Gefühlen anderer Menschen -,046
intensive Träume in der Nacht -,046
Verabscheuung von körperlicher Gewalt -,035
ausgeprägter Wunsch, Konflikte ruhig und freundlich zu klären -,005
Gewissenhaftigkeit -,005

Die erhaltenen Korrelationen wirken unmittelbar plausibel und lassen sich daher gut interpretierten. Demnach werden hochsensible Menschen offenbar beispielsweise umso stärker durch ihre Hochsensibilität belastet, desto häufiger sie unter Ängsten leiden, an sich selbst zweifeln, überfordert sind, desto stärker ihre emotionale Labilität (Neurotizismus) ist und desto häufiger sie unter Traurigkeit und Hilflosigkeit leiden. Demgegenüber erleben hochsensible Menschen offenbar ihre Hochsensibilität desto eher als Ressource, desto höher ihre Fähigkeit zur Intuition ist und desto offener für neue Erfahrungen sie sind, desto mehr sie Meditation praktizieren, sich mit Spiritualität auseinandersetzen, desto begeisterungsfähiger, extravertierter und vielfältig interessierter sie sind.

Testkonstruktion Skala „Ressourcen versus Belastung“

2.2 Zusammenstellung der Testskala „Ressource versus Belastung“

Zur Konstruktion eines Tests, der den individuellen Belastungs- oder Ressourcencharakter von Hochsensibilität erfasst, wurde nunmehr erneut auf Methoden der Regressionsrechnung zurückgegriffen. Es wurde entsprechend eine lineare mutliple Regressionsanalyse gerechnet mit sämtlichen in Tabelle 7 und 8 enthaltenen Testfragen als Prädiktoren und der Gruppenzugehörigkeit „Belastung“ versus „Ressource“ als vorherzusagendes Kriterium.

Es zeigte sich ein starker signifikanter Gesamtzusammenhang (r =,74). Die Detailergebnisse der Regressionsrechnung werden im Anhang A2 dargestellt.

Wiederum wurde die Gesamtskala durch Rechnung einer schrittweisen Vorwärtsregression auf diejenigen Testfragen reduziert, die einen signifikanten unabhängigen Beitrag zur Vorhersage der Gruppierung Belastung versus Ressource leisteten. Die Detailergebnisse sind im Anhang A2-2 dargestellt. Folgende Testfragen leisteten einen signifikante unabhängige Beitrag:

Für erhöhte Belastung sprechen:

  • häufige Ängste
  • Neurotizismus (emotionale Labilität)
  • bin sozial isoliert
  • bin schnell überfordert
  • zweifle an mit selbst
  • fühle mich unverstanden
  • sehr vielschichtige Gedankengänge
  • kann mich nicht durchsetzen
  • verzweifle an dieser Welt
  • langes Nachklingen von Gefühlen

Für erhöhte Ressourcen sprechen:

  • Extraversion
  • ausgeprägte Auseinandersetzung mit Spiritualität
  • starkes inneres Erleben von Musik oder Kunst
  • sehr interessiert an Selbsterfahrung
  • hohe Begeisterungsfähigkeit

Erneut wurde von den spezifischen Regressions-Gewichten bei der Bildung der Skala abgesehen und die Items wurden einfach zu einer Gesamtskala „Ressourcen versus Belastung“ aufsummiert, wobei die Belastungs-Testfragen positiv und die Ressourcen-TestfragenItems negativ eingingen.

Dies bedeutet, dass der Belastungs-Charakter um so höher ist, je höher der Gesamtpunktewert ist. Umgekehrt ist der Ressourcencharakter um so höher, je geringer der Gesamtpunktewert ist.

Die Skala zeigte trotz der etwas heterogenen inhaltlichen Ausrichtung „Ressource versus Belastung“  eine befriedigende interne Konsistenz im Sinne eines Chronbach´s Alpha von ,735.

Die so erstellte Ressourcen-Belastungsskala korrelierte mit r = ,72 mit der zweistufigen direkten Selbstangabe „Ressource oder Belastung“. Die Korrelation mit der dreistufigen Selbstangabe (Ressource, Ressource und Belastung oder Belastung“ betrug r = ,47.

Tabelle 9 zeigt die Mittelwerte und Standardabweichungen für die Gesamtstichprobe, sowie die Teilstichproben „vorwiegend Belastung“, „Belastung und Ressource“, sowie „vorwiegend Ressource “. Die Mittelwerte der drei Teilgruppen wichen dabei jeweils signifikant voneinander ab, wobei die Gruppe“ „Ressource“ den geringsten und die Gruppe „Belastung“ den höchsten Mittelwert aufwies.

Tabelle 9: Mittelwerte und Standardabweichunten der Skala Ressouce versus Belastung für die drei Gruppen „vorwiegend Belastung“, „Belastung und Ressource“ und „vorwiegend Ressource“

Mittelwert Standardabweichung
Gesamt (N=4490) 45,99 7,09
vorwiegend Ressource (N=687) 40,55 6,2
Ressource und Belastung (N=2890) 46,93 6,21
vorwiegend Belastung (N=366) 53,35 5,19

2.3 Festlegung der Schwellen für die Zuweisung

In einem weiteren Schritt wurden nunmehr die Schwellen in der Skala Ressourcen-Belastung festgelegt, um künftig einzelne Personen einem der drei möglichen Testergebnisse zuweisen zu können. Die Ermittlung der Schwellenwerte erfolgte erneut diskriminanzanalytisch. Als Gruppen dienten dabei die drei Stufen in der Ressourcen-Belastung-Frage und als Merkmal wurde der Gesamtwert in der neuen Ressourcen-Belastungs-Skala zugrunde gelegt.

Tabelle 10 stellt die Raten korrekter Zuweisung dar, wobei insgesamt 50,6 % der Fälle allein anhand der neuen Ressourcen-Belastungs-Skala korrekt ihrer eigenen vorherigen Einschätzung zugewiesen werden konnten.

Tabelle 10: Korrekte diskriminanzanalytische Zuweisung der Probanden durch den Test zu den drei Kategorien „Ressource“, „Ressource und Belastung“ sowie“ Ressource“

Test/Selbstangabe Ressource Ressource und Belastung Belastung
Ressource 69,4 28,3 3
Ressource und Belastung 23,9 43,4 24,9
Belastung 6,7 28,2 72,1

Wurde es lediglich als „Klassifikationsfehler“ gewertet, wenn sich die Eigeneinschätzung und Testeinschätzung um zwei Stufen unterschieden (also Belastung versus Ressource), zeigten sich sehr geringe „Klassifikationsfehlerraten“:

Nur 6,7 % derjenigen Teilnehmer, die ihre Hochsensibilität vorwiegend als Ressource erlebten, wurden der Kategorie Belastung zugewiesen. Nur 3,0% derjenigen Teilnehmer, die ihre Hochsensibilität vorwiegend als Belastung bezeichneten, wurden der Kategorie Ressource zugewiesen.

Aufgrund der Ergebnisse der Diskriminanzanalyse wurden folgende Schwellenwerte für die Skala Ressource versus Belastung:

vorwiegend Ressource: < 44

Ressource und Belastung: 44 – 50

vorwiegend Belastung: > 50

Die so erstellte dreistufige Testskala Ressourcen-Belastung korrelierte mit r = ,74 mit der zweistufigen direkten Selbstangabe „Ressource oder Belastung“. Die Korrelation mit der dreistufigen Selbstangabe (Ressource, Ressource und Belastung oder Belastung“ betrug r = ,42.

2.4 Replikation in einer zweiten Stichprobe

Der neue Test zum Ressourcen-Belastungs-Charakter wurde nun in der Replikationsstichprobe erneut überprüft. Kann der Test auch in der Replikations-Stichprobe ausreichend differenzieren?

Um dies zu überprüfen, wurden in der völlig unabhängigen Replikationsstichprobe zunächst die Korrelationen berechnet zwischen dem Summenwert der Ressourcen-Belastungs-Skala und der dreistufigen Klassifikation anhand der Schwellen des Test mit der zweistufigen direkten Angabe zu „Belastung oder Ressource“ sowie der dreistufigen Angabe „Ressource, Belastung und Ressource oder Belastung“ berechnet.

Die Korrelation zwischen dem Summenwert der Ressourcen-Belastungs-Skala und der zweistufigen direkten Selbstangabe betrug r = ,72. Mit der dreistufigen direkten Selbstangabe betrug die Korrelation r = ,48. Die entsprechenden Korrelationen der dreistufigen Testergebnisses betrugen r = ,76 (zweistufige Selbstangabe) und r = ,43 (dreistufige Selbstangabe). Alle Korrelationen waren hochsignifikant und vor allem in ihrer Stärke nahezu identisch mit den entsprechenden Korrelationen in der Entwicklungs-Stichprobe.

Deutlich wird eine hohe Robustheit der Befunde in der Replikations-Stichprobe im Vergleich zur Entwicklungs-Stichprobe.

2.5 Einflüsse von Geschlecht, Alter und Bildungsstand

Tabelle 11 zeigte die Korrelationen zwischen der Selbstangabe zum Ressourcen-Belastungscharakter (zweistufig und dreistufig) sowie dem neuen Test zum Ressourcen-Belastungscharakter (Summenwert / dreistufige Klassifikation) mit Geschlecht (Mann=0/Frau=1), Alter und Bildungsstand in der Entwicklungs-Stichprobe und in der Replikations-Stichprobe:

Tabelle 11: Korrelationen zwischen dem neuen Test Ressource versus Belastung (Gesamtscore / dreistufige Klassifikation) mit Geschlecht, Alter und Bildungsstand in der Entwicklungs-Stichprobe und in der Replikations-Stichprobe.

Test Ressource-Belastung
Entwicklungs-Stichprobe
Geschlecht -, / -,
Alter -,12* / -,21* -,17* / -,15*
Bildung -,06* / -,12* -,13* / -, 13*
Replikations-Stichprobe
Geschlecht -,/ -,08 -,05 /-,04
Alter -,11* / -,18* -,19* / -,18*
Bildung -, 10* / -,20* -,18* / -,17*

Aus den Korrelationen ist ersichtlich, dass das Geschlecht keinerlei Rolle für die Frage spielt, ob ein hochsensibler Mensch die eigene Hochsensibilität eher als Ressource, Belastung oder beides erlebt. Dies trifft in allen untersuchten Maßen für die direkte Selbstangabe wie auch für die neue Testskala Ressource-Belastung zu. Bildungsstand und Alter korrelieren signifikant, aber nur minimal negativ mit dem Belastungscharakter. Dies zeigt sich sowohl bei der direkten Selbstangabe als auch bei der neuen Testskala in allen Maßen. Demnach werden jüngere Personen und Personen mit geringerem Bildungsstand offenbar minimal weniger belastet durch Hochsensibilität bzw. können diese eher als Ressource nutzen. Allerdings sind die Zusammenhänge so gering, dass sie inhaltlich nahezu vernachlässigbar sind.

Die Skala Ressource-Belastung ist also nur minimal mit Alter und Bildungsstand und gar nicht mit dem Geschlecht verbunden. Aber kann die Skala auch bei beiden Geschlechtern und in allen Altersgruppen und bei Personen mit verschiedenem Bildungsstand zwischen Personen differenzierten, die ihre Hochsensibilität eher als Belastung oder eher als Ressource erleben?

Diese Frage wurde erneut dadurch untersucht, dass die die Korrelationen zwischen dem Testergebnis Ressource-Belastung (Summenwert /dreistufige Klassifikation) und der direkten Selbstangabe zum Ressourcen- oder Belastungscharakter (zweistufig /dreistufig) separat für Männer, Frauen, jüngere Personen und ältere Personen, Personen mit geringerem Bildungsstand und Personen mit höherem Bildungsstand berechnet und miteinander verglichen wurden. Dies geschah wiederum separat in der Testentwicklungs-Stichprobe und in der Replikations-Stichprobe. Die Unterteilung der Stichproben in jüngere und ältere Personen, sowie in Personen mit höherem oder niedrigerem Bildungsstand erfolgte erneut nach Mediansplit.

Tabellen 12 zeigt die entsprechenden Korrelationen.

Tabelle 12: Korrelationen zwischen dem neuen Test Ressource versus Belastung (Gesamtscore / dreistufige Klassifikation) für verschiedene Teilgruppen in der Entwicklungs-Stichprobe und in der Replikations-Stichprobe.

zweistufig dreistufig
Entwicklungs-Stichprobe
Frauen ,71* / ,76* .45* /,47*
Männer ,75* / ,73* .51* / ,41*
Jüngere ,73* / ,71* ,47* / ,43*
Ältere ,76* / ,77* ,46* / ,41*
geringere Bildung ,71* /,71* ,46* / ,41*
höhere Bildung ,72* / ,76* ,48* / ,44*
Replikations-Stichprobe
Frauen ,82* / ,84* ,55* / ,49*
Männer ,82* / ,84* ,49* / ,40*
Jüngere ,77* / ,81* ,50* / ,43*
Ältere ,65* / ,69* ,45* / ,41*
geringere Bildung ,71* / ,73* ,43* / ,40*
höhere Bildung ,70* / ,77* ,52* / ,44*

Diese Befunde sprechen daher dafür, dass der entwickelte Ressourcen-Belastungs-Test für Hochsensible für Frauen, Männer, verschiedene Altersgruppen und Menschen mit unterschiedlichem Bildungsstand anwendbar und gültig ist. Zudem weisen die nur minimalen und inhaltlich zu vernachlässigenden Korrelationen von Alter und Bildungsstand mit dem Testergebnis darauf hin, dass die Verwendung einer diesbezüglich bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe verzichtbar ist. In der Gesamtbetrachtung stützen die Befunde die Robustheit der Ergebnisse der Testskala Ressourcen versus Belastung in verschiedenen Teilstichproben.

3. Zusammenfassung

Der in diesem Artikel vorgestellte Test zur Erfassung von Hochsensibilität (HSP-Test) ist nach den vorliegenden Daten gut geeignet, um eine mögliche eigene Hochsensibiltität positiv feststellen oder ausschließen zu können. Damit kann der Test entscheidende Beiträge für die Objektivierung der eigenen Einschätzung leisten.

Der Hauptunterschied zu anderen im Internet angebotenen Testverfahren ist, dass der Test nicht nur eine subjektive Zusammenstellung von Fragen und Auswertungsrichlinien ist. Vielmeher ist die Differenzierungsfähigkeit des Tests durch die Datenanalysen belegt und die diagnostischen Schwellwerte sind empirisch begründet. Zudem ist die Gültigkeit des Tests für beide Geschechter, ältere und jüngere Menschen sowie Menschen mit höherem und mit niedrigerem Bildungsstand nachgewiesen. Alle Befunde in der Entwicklungs-Stichprobe konnten in einer zweiten Replikationsstichprobe bestätigt werden.

Der HSP-Test erfüllt damit stärker als alle anderen dem Verfasser bekannte Verfahren zur Erhebung von Hochsensibilität wissenschaftliche Kriterien der Testentwicklung.

Darüber hinaus beinhaltet der HSP-Test nicht nur eine Messung von Hochsensibilität, sondern zeigt ebenfalls auf, inwiefern es gelingt, eine bestehende Hochsensibilität als Ressource zu nutzen oder ob die Hochsensibilität eher als Belastung fungiert oder beides. Der HSP-Test verhilft also nicht nur zu einer fundierten Antwort auf die Frage „Bin ich hochsensibel?„, sondern hilft gleichzeitig, hochsensiblen Menschen, mit ihrer Hochsensibilität konstruktiv umzugehen und so von ihr zu profitieren. Der HSP-Test kann insofern allen Personen empfohlen werden, die sich über eine mögliche Hochsensibilität und deren Folgen informieren möchten.

Hier zum HSP-Test!

 

About Author:

Guido F. Gebauer, studierte Psychologie an den Universitäten, Trier, Humboldt Universität zu Berlin und Cambridge (Großbritannien). Promotion an der University of Cambridge zu den Zusammenhängen zwischen unbewusstem Lernen und Intelligenz. Im Anschluss rechtspsychologische Ausbildung, Tätigkeit in der forensischen Psychiatrie und 10-jährige Tätigkeit als Gerichtsgutachter. Gründung der psychologischen Kennenlern-Plattform www.Gleichklang.de 2006. Arbeitet seither als Psychologe für Gleichklang. Autor bei Hochsensible.eu, vegan.eu und Menschenrechte.eu

19 thoughts on “Hochsensibilitätstest (HSP-Test)

  1. Habe den Artikel zur Auswertung gelesen, aber trotz einiger Kenntnisse durch meinen Job als Jugenderzieher u Sozialpädag. Fachkraft und Suchtberater und Betreuer von gefährdeten Personen mit langjähriger Erfahrung konnte ich fachlich nicht in allen Details nachvollziehen habe aber mitbekommen, dass von einer praktikablen Lösung die Rede ist und der Test helfen kann Fragen zur eigenen Sensibilitätscharakteristik zu beantworten und das Ergebnis zur eigenen Selbsthilfe zu nutzen hinsichtlich möglicher Belastung und vorhandener Potenzen! Da ich durch meine Erfahrungen im persönlichen Leben und im Job in dieser Gesellschaft für mich festgestellt habe, dass bis jetzt mehr Gefährdung erzeugt wird als behoben werden kann, weil die Bedingungen für die große Masse der Menschen und die Rahmenbedingungen für die Behandlung von Problemen vollkommen unzureichend sind und es schon eines unwahrscheinlichen Zweckoptimismusses bedarf um hier Ihrem Unternehmen eine wirksame Chance zur Verbesserung der allgenmeinen Situation zu geben, wenn man davon absieht dass ja wie in den USA der Bedarf an psychologischer Betreuung durch die prekäre Situation auch bei uns immer mehr zunimmt und es ein Riesengeschäft ist und weiter wird! Aber wenn wir an diesem System nicht inhaltlich die Prioritätenliste mit menschlicheren Begriffen besetzen, statt Wohlstand, Leistungssteigerung, Konkurrenzverhalten, Profitmaximierung und Expansion mit feindlicher Übernahmestrategie und gleichzeitigem Sozialabbau mit immer weiter auseinanderklaffender Wohlstandsschere globaler Natur haben werden, so dass wir immer mehr einem defizitärem Dauerzustand ohne grundlegende Wende in Massenerscheinungen ohne im Mindesten das nötige Personal zu haben, um die massiven Probleme wie hier nur eine Andeutung von einer Spitze des Eisberges gesehen werden kann, beheben zu können!
    Bin beileibe kein geborener Schwarzseher, aber was ich jetzt erleben muss in der Politik und vor allem in den Medien, hat mit konstruktivem Herangehen nichts mehr zu tun und ist für hochsensible Menschen das blanke Gift!
    Ja es gibt Bestrebungen in den Medien und in der Wissenschaft, von Menschenrechtlern, und ein paar echten Demokraten und Umweltspezialisten und auch psychologischen Fachkräften wie sie, die versuchen hier den Zustand unserer Welt und der Gesellschaft mit ihren Erscheinungsformen und Eigenschaften des Systems bzw. psychologischer Eigenschaften ihrer Mitglieder zu analysieren um dann hilfreich und konstruktiv begegnen und beim Umgang mit diesen Veranlagungen und Eigenschaften helfen zu können, die sich in der menschlichen Entwicklung in dieser Gesellschaft unter diesen Rahmenbedingungen dieses Gesellschaftssystems herausgebildet haben! Ich drücke Ihnen die Daumen und hoffe, dass Sie mich hinsichtlich Optimismus eines besseren belehren, aber bei den gegenwärtigen Rahmenbedingungen, sehe ich für hochsensible Menschen keine Chance, dass sie hier einer erfolgversprechenden Zukunft in Sachen Belastungsreduzierung oder erfolgreicher Umsetzung ihrer Potenzen entgegensehen können, wenn nicht vorher eine grundlegendere Änderung auf eine menschlichere Prioritätenliste von Zielstellungen im Systemwirken wert gelegt wird!
    Dieses Wohlstandsgefasle von leitenden Politikern, wo ganz einfach eine sinnvolle Reduzierung im Verbrauch dringend angesagt ist und jeder Cent in die Anpassung an die Natur investiert werden muss um überhaupt überleben zu können, ist für mich einfach nicht mehr zeitgemäß und von Gestern und vollkommener Unsinn, auch wenn man bedenkt dass ein bestimmtes Klientel nur so beruhigt werden kann! Aber jeder normaldenkende etwas informierter Mitteleuropäer müsste doch mittlerweile wissen was Sache ist und wo die Welt steht im Augenblick und was eigentlich zu tun wäre um das Ruder in die richtige Richtung zum Überleben zu steuern, zumindest noch für die nächsten 50 Jahre!
    Als ehemaliger Hochseefischer, der zwar im Test bei der Frage zur Sexualität statt Hetero wie ich nun mal bin, einfach kurz irrigerweise A-sexuell angekreuzt hatte, bin ich es gewohnt mit Verantwortung für Schiff und Besatzung und Ladung und mit entsprechendem Überblick entscheiden zu können, was unbedingt Priorität haben muss um wieder heil an Land zu kommen und konnte mir solche Entscheidungen wie sie derzeit zweckverhaltend gezeigt werden in der hohen Politik nicht leisten, denn sonst wären wir jede Reise abgesoffen! Um für hochsensible Menschen( und da gibt es für mich eine große Menge in beiden Richtungen( sowohl schon geschädigt und überlastet, als auch noch gesund und voll im Besitz ihrer positiven Potenzen) in jeder Veranlagung etwas Positives erreichen zu können müssen erst die Rahmenbedingungen innerhalb des Systems entscheidend verändert werden! Unter den gegenwärtigen Bedingungen, sehe ich für beide keine Chance als hochsensibler Mensch über die Runde zu kommen! Der Markt für entsprechende Spezialisten aber ist einmalig und steuert auf ein absolutes Dauerhoch hin, den der Bedarf zur Heilung und Beratung aber wird unerschöpflich bleiben und im Großansatz aber ohne den notwendigen Erfolg für die Masse bleiben, wenn sich die Bedingungen im System nicht grundlegend ändern!

    Herzlich Harald Nadler

  2. Diesen Test kann ich nicht machen, da er offenbar nur für Besitzer großer Bildschirme vorgesehen ist. In meinem, kleineren, Bildschirm überlagern sich die Inhalte, so daß ich die Antworten nicht anklicken kann.

Kommentar verfassen