Hochsensible und Gesellschaft

Hochsensible und Gesellschaft

Wir halten “ Hochsensible und Gesellschaft “ für ein wichtiges Thema. Unser Webprojekt betrachtet dabei Hochsensibilität vor allem als eine Ressource. Wir glauben, dass Hochsensible einer Welt, die sich durch Abgründe von Egoismus, Ignoranz, Intoleranz, Einseitigkeit und Gewalt kennzeichnet, Wichtiges zu sagen haben. Voraussetzung hierfür ist, dass es Hochsensiblen ermöglicht wird, ihre Hochsensibilität in die Gesellschaft positiv einzubringen. Dies ist an gesellschaftlichen Plätzen, wie Schule, Universität, Arbeitsplatz oder Behörden, oft nicht leicht. Denn die gesellschaftlichen Strukturen sind auf Hochsensible noch unzureichend ausgerichtet.

Eigeninitiative

Die tägliche Konfrontation mit der nicht-hochsensiblen Mehrheit in der Gesellschaft kann bei hochsensiblen Menschen zu Verunsicherung führen. Dies kann Zweifel an der eigenen seelischen Gesundheit und „Richtigkeit“ bedingen. Erkenntnis und Akzeptanz der eigenen Hochsensibilität können hier aber für Hochsensible eine entscheidende Weichenstellung zu erhöhter Lebenszufriedenheit und Stabilität sein.

Hochsensible Menschen haben längst begonnen, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Entstanden ist so weltweit eine gut vernetzte und aktive HSP-Community. Hier tauschen hochsensible Menschen Informationen, Akzeptanz, Unterstützung und Selbstvalidierung aus. Dies erleichtert es hochsensiblen Menschen, selbstbewusst auch mit ihrer nicht-hochsensiblen Umgebung zu interagieren. Dies wiederum gibt auch der Gesellschaft die Chance, von der Ressource Hochsensibilität zu lernen.

Eine auf Zeitknappheit, rasche Effekte, sofortigen Konsum, sozial unverträglichen Wettbewerb und Ellenbogen ausgelegte Gesellschaft und Arbeitswelt läuft der hochsensiblen Struktur zuwider. Hochsensible können hier schnell unter die Räder kommen und in die Rolle von Mobbingopfern gelangen.

Die anzustrebende verstärkte Sichtbarkeit und Emanzipation von Hochsensiblen stellt daher auch Anforderungen an die Gesellschaft, für Menschen mit Hochsensibilität geeignete Betätigungsmöglichkeiten und Arbeitsstrukturen zu schaffen. Damit könnte der Missstand beseitigt werden, dass Hochsensible noch zu oft aus Strukturen herausfallen und sich daher im Durchschnitt durch geringere formale Bildungsabschlüsse und beruflichen Erfolg kennzeichnen.

Sichtbarkeit als gesellschaftliche Chance

Eine Verbesserte Sichtbarkeit von Hochsensibilität könnte für die gesamte Gesellschaft ein enormer Gewinn sein durch Schaffung von mehr Raum für Reflexion, Nachhaltigkeit und soziale Verträglichkeit.

Auf der Internetseite des Vereines „zartbesaitet“ werden diese Zusammenhänge in ihrer Komplexität sehr prägnant zusammengefasst:

„Die Welt braucht Menschen mit feiner Wahrnehmung. Viele davon fühlen sich jedoch nicht wohl in ihrer Haut oder kommen mit ihrer Rolle in der Welt nicht gut zurecht. Andere hingegen freuen sich, so feinfühlig zu sein und finden, dass ihnen das hilft, sich sinnvoll in der Welt einzubringen. Der Beitrag der Hochsensiblen ist sehr wertvoll und wichtig. Hochsensible sind tendenziell integrativ, kreativ und innovativ, sind überdurchschnittlich an ethischen Fragen interessiert und sind auch wegen ihrer komplexen Wahrnehmung wertvolle Mitglieder in Teams“.

About Author:

Guido F. Gebauer, studierte Psychologie an den Universitäten, Trier, Humboldt Universität zu Berlin und Cambridge (Großbritannien). Promotion an der University of Cambridge zu den Zusammenhängen zwischen unbewusstem Lernen und Intelligenz. Im Anschluss rechtspsychologische Ausbildung, Tätigkeit in der forensischen Psychiatrie und 10-jährige Tätigkeit als Gerichtsgutachter. Gründung der psychologischen Kennenlern-Plattform www.Gleichklang.de 2006. Arbeitet seither als Psychologe für Gleichklang. Autor bei Hochsensible.eu, vegan.eu und Menschenrechte.eu

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