Was hilft gegen das Leiden an der Welt?

Ich leide unter der Oberflächlichkeit meiner sozialen Mitwelt“ – dieser Aussage stimmen in unserer laufenden Umfrage 80% von 961 Personen, die sich als eindeutig hochsensibel bezeichnen, zu. Demgegenüber sinkt bei denjenigen, die sich als eindeutig nicht hochsensibel bezeichnen, der Zustimmungsgrad auf 32%.

Hochsensible in der nicht-hochsensiblen Welt

In einer Welt, in der sich vieles um Marken, Status, die aktuellste Haarfrisur oder das teuerste Auto dreht, fühlen sich Hochsensible nicht selten verloren. Die Oberflächlichkeit ihrer sozialen Mitwelt geht an ihnen nicht spurlos vorbei. Denn sie blicken hinter die Fassaden. So nehmen sie die Unzufriedenheit, Sinnlosigkeit, Hektik, aber auch die Indifferenz und Ungerechtigkeit einer Gesellschaft eher wahr, die nicht-hochsensible Menschen besser ausblenden können.

Was hilft?

  • Mit Gleichgesinnten treffen. Geteiltes Leid ist halbes Leid, diese alte Weisheit gilt auch für das Leiden an einer oberflächlichen Welt. Begegnen Sie daher Gleichgesinnten, um die Oberflächlichkeit dieser Gesellschaft besser verkraften zu können. Schaffen Sie sich eine soziale Nische, in der Achtsamkeit und Austausch, statt Angeberei und Indifferenz herrschen.
  • Kreativ werden. Hochsensible haben eine erhöhte Begeisterungsfähigkeit und nehmen oft Kunst und Musik in besonders vertiefter Weise wahr. Entfalten Sie ihre kreativen Fähigkeiten. Suchen Sie eine Beschäftigung, die Ihnen Sinn und ihrer hochsensitiven Wahrnehmung Ausdruck gibt.
  • Natur sorgt für Ausgleich. Gehen Sie in die Natur. Wiesen, Wälder, Berge, Seen und Flüsse helfen Ihnen, ins Gleichgewicht zu gelangen. So gelangen sie zu Ruhe, Gelassenheit und inneren Frieden und können das volle Potential ihrer hochsensiblen Wahrnehmungsprozesse nutzen.
  • Helfen. Sie sehen die Ungerechtigkeiten und die Unmenschlichkeit, die in dieser Welt herrschen. Leisten Sie ihren eigenen Beitrag für eine mitmenschlichere Welt. Werden Sie aktiv in Hilfsorganisationen oder setzen Sie sich persönlich für betroffene Menschen ein.
  • Abgrenzung einüben. Zuwendung und Helfen entsprechen dem Geist der Hochsensibilität. Aber stellen Sie auch eine ausreichende Selbstfürsorge sicher. Lassen Sie sich nicht ausbeuten und setzen Sie Grenzen, wo sie notwendig sind.

    Resümee

Es führt kein Weg daran vorbei für Hochsensible, in einer mehrheitlich nicht hochsensiblen Welt zu leben und sich zu bewähren. Wer sich aber Ausgleich durch Begegnungen mit Gleichgesinnten sucht, kreativ wird, sich gegen Indifferenz und Ungerechtigkeit engagiert, dabei aber auch auf eine ausreichende Abgrenzung achtet, kann als hochsensibler Mensch eine hohe Lebenszufriedenheit erreichen.

Verfasser: Diplom-Psychologe Guido F. Gebauer

About Author:

Guido F. Gebauer, studierte Psychologie an den Universitäten, Trier, Humboldt Universität zu Berlin und Cambridge (Großbritannien). Promotion an der University of Cambridge zu den Zusammenhängen zwischen unbewusstem Lernen und Intelligenz. Im Anschluss rechtspsychologische Ausbildung, Tätigkeit in der forensischen Psychiatrie und 10-jährige Tätigkeit als Gerichtsgutachter. Gründung der psychologischen Kennenlern-Plattform www.Gleichklang.de 2006. Arbeitet seither als Psychologe für Gleichklang. Autor bei Hochsensible.eu, vegan.eu und Menschenrechte.eu

28 thoughts on “Was hilft gegen das Leiden an der Welt?

  1. Kreativ bin ich leider gar nicht, gehe aber häufig in Konzerte. Ich bin viel in der Natur, engagiere mich ehrenamtlich und sorge auch so gut ich kann für mich selbst. An meiner Verzweiflung über das Verhalten meiner Mitmenschen ändert das alles aber leider gar nichts 🙁

  2. Ich glaube, dass man hier auf Mutter Erde, so wie alles dem „Verschleiß“ unterworfen ist, auch als Hochsensibler einen gewissen Prozentsatz an „Leiden“ einkalkulieren muss. Es sei denn, man man wird in seinen Bestrebungen zum „nicht Leiden wollen“ pedantisch. Aber das ist ja ein Zustand, in dem man das eigene Leiden nur nicht mehr wahrnimmt, anstelle es abzuschaffen.
    Man kann täglich dran arbeiten, den Prozentsatz des Leidens so gering wie möglich zu halten. Und dabei „dran bleiben“ 🙂

    Hans-Peter

  3. Wir verringern das Leiden in der Welt heute vor allem damit, dass wir in unser Mitgefühl und in unserer Fürsorge jene Lebewesen mit einbeziehen, die am wenigsten geachtet und am meisten gequält werden: Die Tiere. Und der erste und wichtigste Schritt ist dabei der Veganismus. Es ist wohl der schlimmste Irrtum der Menschheit zu glauben, das Bedürfnis der Seele nach allumfassender Harmonie könnte gestillt werden, wenn andersartige Lebewesen, die genauso Trauer, Schmerz und Freude empfinden, wie wir, hier nichts als die Hölle auf Erden von uns bereitet bekommen! So lange die Tiere leiden, leidet auch die Menschheit!

  4. Für mich ist es inzwischen ein Segen hochsensibel zu sein.
    Nachdem ich erkannt habe, dass ich kein Sonderling, sondern anders bin, benutze ich ich Fähigkeiten im Alltag, um meine Aufgabe für die Menschen, die mir begegnen positiv zu erfüllen.

    Meine Kreativität lebe ich in meinem Betrieb erfolgreich, gepaart mit den empathische Eindrücken aus, was bei der Kundschaft gut ankommt.

    Persönlich nehme ich mir viel Zeit für mich, um Eindrücke und Erlebnisse zu be- und verarbeiten.

  5. Also ich muss mich dem ersten und auch dem zweiten Kommentar zustimmen. Aber kann ich nicht nachvollziehen
    wie ich auf gleichgesinnte zugehen und sprechen soll wenn mich beide Menschenarten ignorieren. Zum Kommentar von Haus Peter Sauer ist zu sagen, ja aber der letzte Satz passt nicht in meine Selbsterfahrung. Das Leid weglächeln ist, wie Sie richtig sagen, ebenso falsch wie das, WAS Sie meinen tun zu müssen, „sein Leiden so niedrig wie möglich zu halten“, auf dieser Lebensweise schalte zumindest ich teilweise die Hilfesuchenden aus und da wären wir wieder beim „Fühlen und helfen aber zu meinem Vorteil“ Entweder man versucht zu helfen, außer der Hochsensible hat eine Krise, oder man geht blind durchs Leben (Schönreden der Welt), sieht vielleicht das Leid tut aber nichts, das ist nicht gut.

    Zum Kommentar zu Drawida sage ich ja Tiere leiden aber Menschen haben seid jeher tiefe gegessen und Tiere haben Menschen und andere Tiere gefressen, den Urzustand kann niemand umstellen, die Ernährung ja aber der Wille nach Fleisch ist auch bei Vegetaria unterschwellig da. Ebenso wie das Böse in jedem Menschen ist, fängt schon mit Egoismus an mit „ich hatte dieses Produkt zu erst und wollte es kaufen.“ Außerdem Pflanzen sind den Tieren manchmal in Gattungen ähnlich und leben auch, Bäume können weinen und wer sagt uns, das sie nicht auch fühlen und Denken. Für mich ist ein Mittelmaß aus Pflanzen Tieren und Tierischen Produkten, wie Milch, ein guter Kompromiss.

  6. Ohne jetzt alle „Einlassungen“ gründlich gelesen zu haben scheint es mir um ein Phänomen zu gehen, dass ich nicht unbedingt „vordergründig“ mit hochsensibel umschreiben würde […]. Vielmehr scheint hier auch ein Grad von „Aufgeklärtheit“ und „emanzipierter“ Persönlichkeit, natürlich ausdrücklich auch im politischen Sinn, eine wichtige Rolle zu spielen.

    Ganz persönlich habe ich bereits in jungen Jahren die Polarität „Selbstbehauptung und Anpassung“ erkannt. Diese hat mir Koordinaten beim Navigieren durch die gesellschaftlichen Fahrten ermöglicht und ist auch heute noch eine gute Ratgeberin bei der zunehmend unübersichtlichen Welt und Gemengelage.

    Hochsensibilität und Empathie sind für mich neben Neugier und Aufgeschlossenheit für ein Leben nach vorn ein „essentielles Werkzeug“ wie die Begegnung im intimen Bereich. Nur hier hat es eine Relevanz für die Organisation von „Nachhaltigkeit“ und damit für die Sicherung der Fortbestands des Menschen.

  7. Ich möchte mich als Hochsensible nicht über die anderen Menschen stellen, dann habe ich ein Problem in mir, ich möchte für mein So-Sein nicht hochmütig werden. Dass ich anders wahrnehme, ist wunderbar, aber auch mühsam und oft einsam für das soziale Leben. Ich übe mich an Hingabe an das was ist,(außen in der Welt) d.h. genauso an das was in mir ist. So kann ich klar entscheiden, wohin ich meine Energie richte/wende, das ist für mich ein tiefes Erleben von Freiheit. Dahin, wo es für mich stimmt, wende ich mich mit meinen Energien/Aktivitäten. So ist es auch „Not-wendig“, dass ich Rückzug übe, mir nehme, denn wenn ich das nicht tue, dann leide ich, dann leide ich an mir und dem So-sein. Im Alltag ist das oft das bekannte praktizieren von Work-Life-Balance.
    Gutes Gelingen bei allem was Euch hilft nicht zu leiden.

  8. die ratschläge sind sehr treffend und gut, leider leide ich am meisten, dass ich keinen partner treffe, der zu mit passt und mit dem ich alles teilen kann. schwierig ist es aucgh gleichgesinnte zu treffen…niemand läuft mit dem schild herum: „sry, bin hochsensibel…du auch ?

  9. Ich habe erst vor Kurzem begonnen ,meine Hochsensibilität zu akzeptieren und damit zuleben.Ich höre Musik sehr intensiv,schreibe Briefe…stricke viiiel und entdecke das Nähen für mich….und will noch eine Sprache lernen…..ich bin vielfältig interessiert.Und will auch noch irgendwas finden wo ich was Sinnvolles tun kann in Sachen Helfen…..und jetzt bin ich froh diese Ebene gefunden zu haben!!!

  10. Der Hochsensible läuft Gefahr, den oberflächlichen und auch zunehmend aggressiven und brutalen Zeitgenossen ausgeliefert zu sein, die diese Eigenschaft als „Schwäche“ auslegen und für sich ausnutzen. Er wird somit leicht zum Opfer. Wenn dann noch ein Schicksalsschlag (Verlust der geliebten Partnerin) hinzutritt, ist es für den Hochsensiblen schwer, alles zu verkraften und zu bestehen. Im übrigen stimme ich Claudius zu, dass es sehr schwer ist, eine passende Partnerin zu finden, die die dafür notwendigen Charaktereigenschaften (z. B. Achtsamkeit) mitbringt. Neuerdings starren so viele Leute auf ihr Smartphone und haben keinen Blick und kein Interesse für andere.

  11. Ich merke, das es gut tut, sich mit Menschen zu unterhalten, die auch „so ticken“. Ich bin der Meinung, man sollte mehr miteinander tun, als nur hier zu bestimmten Themen Kommentare schreiben. Ich stelle mir vor, dass es, wie zum Beispiel für Vegetarier ein Mal im Jahr eine Veggie-Messe gibt, man sich unter Hochsensiblen ebenfalls organisieren sollte. Das würde eine Konzentration bzw. „Potenzierung“ dieses Themas bedeuten, was wiederum bedeutet, dass noch viel mehr „jeder jedem weiterhilft“ und vielleicht noch ganz neue „Dinge“ entstehen könnten, von denen wir Heute noch nichts Wissen können.

    Es hat sich schon in so vielen Lebensbereichen gezeigt, dass Menschen mit täglichen Schwierigkeiten (durch ihr Karma? bedingt) sich durch Organisierung das Leben erleichtern.

    Denkbar wären da auch noch ganz „andere Dinge“, zum Beispiel, dass sich Hochsensible zum „ständigen Leben“ zusammentun, als Lebensgemeinschaften oder noch mehr…

    Die Möglichkeiten sind da. Die passenden Menschen auch. Was sich da für eine geballte Kompetenz bilden würde…

  12. So, noch ein Kommentar dann reichts 🙂

    Ich kann aus dem therapeutischen Bereich und aus eigener Erfahrung sagen, das meistens Hochsensibilität nicht einfach so „vom Himmel fällt“. Bei vielen Hochsensiblen (es gibt eine hohe „Dunkelziffer“, da viele garnicht wissen, dass sie HS sind) ist eine kindliche, bzw. Frühkindliche Krisensituation bekannt, was man oft schon als Trauma bezeichnen muss.

    Bei mir selbst z.B. liegt ein frühes Kindheitstrauma vor, ein „Verlassenheitstrauma“, das nachvollziehbar dazu führen kann, dass so ein Mensch seine „Antennen“ für die Aussenwelt weiter nach Draussen schiebt als andere. Er muss ja schon als hilfloses Baby peilen: „Wo ist Hilfe…“, „Ist da noch jemand…“

    Freud sagte, dass eine Vielzahl von Störungen beim Erwachsenen ihren Ursprung in der Kindheit haben. Er meinte dies sei der Ödipuskomplex.
    Freud hatte Recht mit dem ersten Teil der Aussage. Nur ist es nicht der Ödipuskomplex.
    „Die Folgen von körperlichen und Seelischen Misshandlungen, von Vernachlässigung, Trennung und sexueller Gewalt in der Kindheit sind immens, was dank der modernen Forschung wissenschaftlich nachgewiesen ist…“ (Auszug aus dem Buch: C.Sautter, Was bei Trauma wirklich hilft).
    Hirnforschung, Ergebnisse: „Folgen traumatischer Kindheitserfahrungen für die weitere Hirnentwicklung“ von Gerald Hüther (www.agsp.de/html/a34.html).

    Und:
    „Nichts erzeugt so viel unspezifische Erregung im Hirn (und vor allem in den emotionalen Zentren) eines Kleinkindes, wie das plötzliche Verschwinden der Mutter. Offenbar ist der Verlust der bis dahin vorhandenen, Sicherheit-bietenden Bezugsperson die bedrohlichste und massivste Störung, die das sich entwickelnde Gehirn treffen kann“ (Hüther 2002. Gunnar 1998). Säuglinge haben noch kein Zeitgefühl. Sie erleben Trennungen, die länger als einen Tag dauern, als endgültig. Das die leibliche Mutter drei Wochen später wieder da ist, kann diese Erfahrung oft nicht mehr überschreiben.

    Das stellt aber nur eine mögliche Ursache von Hochsensibilität dar.
    Obwohl es vielleicht die Häufigste ist, denn, wer hatte eine Bilderbuch-Kindheit?
    Und: Jeder verarbeitet extreme Erlebnisse anders…

    1. Hallo und danke für den interessanten Kommentar. Vor ein paar Jahren versuchte ich meiner Verletzlichkeit auf die Spur zu kommen und stieß auf das Konzept der Hochsensibilität. Vieles klang für mich sehr vertraut.
      Kürzlich wurde mir dann das Buch ‚Trauma – Folgen erkennen, überwinden und an ihnen wachsen‘ von Prof.L.Reddemann und Dr. C.Rau empfohlen – und viele Traumafolgen lesen sich wie Merkmale von Hochsensibilität.
      Dass man als verlassenes und völlig hilfloses Kind beispielsweise besondere Antennen entwickelt, ist sehr gut nachvollziehbar, geht es doch um eine extreme Bedrohung. Für mich ist das auf jeden Fall eine plausible Erklärung meiner Hochsensibilität.

      1. Liebe Frau Steinmetz,
        was HS in Verbindung mit Traumafolgen betrifft:
        Vor einigen Monaten habe ich in einem HS-Forum die Auswertung einer hochinteressanten Umfrage unter einigen Tausend Hochsensiblen gelesen, bei der es um die Frage ging, ob eine psychische Traumatisierung vorliegt. Und das sehr aufschlußreiche Ergebnis ist, daß ca 80% in ihrer Kindheit irgendeine Art von Gewalt/Missbrauch o.ä. erlebt haben und dadurch zwangsläufig sehr feinfühlig bzgl rechtzeitiges Erkennen/Spüren von Bedrohungen/Gefahren durch Menschen wurden = Leben im Überlebensmodus.

        Somit ist es für mich ganz eindeutig, daß die Hochsensibilität sich (zusätzlich zur genetischen Disposition) aus einer Traumatisierung heraus entwickelt bzw. zu den vielfältigen posttraumatischen Belastungsstörungen (ptbs) gehört.
        Eine unbewußte Traumatisierung kann übrigens auch pränatal erfolgen, was leider meist außer acht gelassen oder unterschätzt wird, aber schwere Folgeschäden haben kann.
        Viele Grüße, RMeissner

        1. Hallo Frau Meissner, ist es Ihnen möglich zu sagen, wer, wann diese Studie gemacht hat? Ich habe leider nur die Ergebnisse aus älteren Studien.
          Danke, H.-P.Sauer

          1. Hallo Herr Sauer, ich würde Ihnen die Quelle wahnsinnig gerne nenne und war mir eigentlich sicher, daß ich den Link damals gespeichert hatte. Aber ich habe jetzt schon drei Stunden danach gesucht auf PC und auch in den beiden HS-Foren unter div. Suchbegriffen, wo ich ca März/April 2016 einige Wochen lang mitgelesen hatte und über die besagte Umfrage stolperte.
            Ich kann sie aber bisher einfach nicht finden, und das ärgert mich gerade massiv und tut mir sehr leid! Ich werde natürlich weitersuchen, sobald ich mal wieder mehr Zeit habe, derzeit ist es etwas schwierig. Aber das wird mir keine Ruhe lassen.

            Vielleicht können Sie beim Suchen mithelfen, wenn Sie möchten und den Nerv dafür haben. Es muß entweder bei http://empfindsam.net oder http://www.treffpunkt-hochsensibilitaet.de gewesen sein, ich erinnere eine eigene Rubrik mit dem Oberbegriff „Umfragen“. Dort gab es zahlreiche Umfragen zu div. Fragestellungen, die man selbst initiieren konnte, an denen alle Mitglieder jederzeit abstimmen konnten, also jeder, der noch nicht teilgenommen hatte, so daß immer wieder neue Mitglieder/Stimmen hinzukamen. Das fand ich recht gut.
            Im schlimmsten Fall wurden alle Umfragen entfernt, aber das kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen, weil es so wertvolle Infos waren.

            Ich habe schon verschiedene Suchbegriffe eingegeben, zB, schwere Kindheit, vgl. hier: http://www.treffpunkt-hochsensibilität.de/11590502nx46300/hochsensibilitaet-allgemein-f8/schwere-kindheit-und-hs-t1213.html, wo Sie auch Berichte von einigen Betroffenen mit Traumatisierung lesen können. Oder auch Begriffe wie Trauma, misshandelt, HS und Eltern etc., aber mir fehlt leider die nötige Ruhe/Zeit, um das alles sorgfältig zu durchsuchen. Aber falls ich irgendwann doch noch fündig werden sollte, melde ich mich natürlich nochmal.
            MfG. RMeissner

          2. Hallo Frau Meissner, gehen Sie es bitte ganz locker an. Kein Stress Im Zweifelsfall hat in der heutigen Zeit Google es für alle Zeiten gespeichert Ich werde aber auch mal suchen.

            Liebe Grüße

  13. Es ist schwierig zu unterscheiden, ob es nun HSP oder Trauma oder beides ist! Das macht mich im Moment ganz kirre, da ja die Maßnahmen unterschiedlich sind?

  14. Ich habe sehr gute Erfahrung mit vielen Arten von Körpertherapie gemacht: Atemtherapie, Pesso-Therapie, Hakomi, Bioenergetik (letztere 3 Körper-Psychotherapien). Auch die Achtsamkeit (MBSR u.a.) hilft mir sehr.
    Der Kern ist für mich, im Leid zum einen Selbstmitgefühl (ganz was anderes als Selbstmitleid) zu entwickeln, also sich etwa zu sagen, „das ist jetzt wirklich schwer und schmerzhaft für mich. Damit erkenne ich das Leid an, ohne es gleich als „schlecht“ zu bewerten und es weghaben zu wollen. Schon das trägt – wenn man es einübt – zur Minderung des Leids bei. Es darf halt grad mal da sein und es ist auch mehr als verständlich, dass ich darunter leide.
    Zum zweiten geht es darum, aus der jeweiligen Zustandsblase in eine Beobachterposition zu wechseln. Innerlich ein paar Schritte zurücktreten und sich und seinen Zustand von außen zu betrachten. Das ist nicht Dissoziation (ich spalte mich ab), sondern Nicht-Identifikation. Beides kann und darf gleichzeitig sein: das Leid und der/die BeobachterIn, der /die auch mitfühlend ist. Aber es braucht Übung und ist vielleicht nicht immer gleich so einfach verfügbar (das „ich will aber…“ hilft da erst mal nicht weiter).

    1. Danke, Katharina,
      für Deinen Beitrag. All die Erfahrungen habe ich auch gemacht und mache sie noch.
      Das bedeutet eben wirklich etwas für sich zu tun. Ich leide dann nicht mehr an der Hochsensibilität.

  15. Der Kommentar von Herrn Sauer vom 02.10.2016 ist hochinteressant. Auch ich habe als Kind mit 15 Monaten ein Verlassenseinstrauma erlebt (meine Mutter war 3 Monate nicht bei mir!).
    Ob dies nun zur Hochsensibilität geführt hat, ist nicht sicher, aber eine tiefe Angst und Unsicherheit wurden dadurch auf alle Fälle angelegt.

    ABER man kann dieses Trauma aufarbeiten! Welche Techniken oder Therapien für den Einzelnen wirksam sind, muss jeder selbst herausfinden. Auf alle Fälle bin ich selbstsicher, viel offener und zuversichtlicher geworden. UND ich bin jetzt mit mir und meinem Leben zufrieden!

    Und das hilft dann auch enorm sich in der „unsensiblen“ Welt zu behaupten bzw. auch dort schöne Momente zu entdecken.

    AUSSERDEM:

    die 5 Ratschläge von oben kann ich nur bestätigen:

    in meinem Beruf als Physiotherapeutin auf einer Intensivstation HELFE ich Menschen. Und wenn man sich in die Menschen hineinversetzen kann, also empathisch ist, dann ist die Zusammenarbeit viel besser UND man bekommt so viel Gutes zurück.
    Und das gilt eigentlich für jeden Lebensbereich- „wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch zurück“…

    zudem gehe ich sehr gerne (vor allem allein) spazieren. Ich kann meinen Gedanken nachhängen und bekomme so schöne Eindrücke aus der Natur zurück….

    Und auch der Punkt mit Musik und Kunst stimmt für mich. Es kennt bestimmt jeder ein Musikstück, das einen emotional mitreißt, am besten positiv. Und das löst so tolle, stark machende Gefühle in einem aus! Damit sollte man sich so oft wie möglich „füttern“….

    Also, die schönen Dinge aus dem Leben fischen, seine „Begabung“ nutzen und allen kann man es sowieso nie recht machen 🙂 !

  16. Mir hat Meditation wunderbar geholfen, den Schmerz über das Leiden in der Welt anders zu betrachten.
    Der Schlüssel lag für mich in der Akzeptanz all dieser schlimmen Dinge. Das bedeutet NICHT frei von Mitgefühl, gegenüber Betroffenen zu sein.
    Wenn das Leben ein Übungs- und Entwicklungsweg ist, dann sollte ich erst mal Frieden in mir schaffen, habe ich gedacht, und aufhören gegen das Leid anzukämpfen.
    Kampf ist immer Kampf- wofür oder wogegen auch immer, das ist austauschbar.

    Aktezpanz meint die Situation, in der ich mich gerade mit den Menschen meiner Umgebung befinde. Und in einer grundfrohen, annehmenden und neugierigen Grundhaltung gehe ich nun auf die Menschen zu.
    Versuche zu erfühlen was grad ist, ohne zu beurteilen. Nicht immer leicht, da ich ja auch mit Gut und Böse, Richtig und Falsch groß geworden bin. Ich übe… 🙂

    Das Meditationssystem heißt „Sahaj Marg“ ( der natürliche Weg), es ist kostenlos und hilft, meine Kraft für die alltäglichen Herausforderungen in Beruf und Familie zu stärken, gerade wenn man als HS.

  17. Ich freue mich über all die Beiträge und finde die vielen Differenzierungen sehr interessant..Das ist doch eine besondere Form der Wahrnehmung..Mittlerweile sehe ich mich als Wanderer zwischen den Welten..Wenn ich auf eine hochsensible Person treffe, dann es ist es so eine besondere Schwingung..Für mich gibt es dann keine Fragen mehr, ich habe kein Bedürfnis mehr nach Streit oder Aggression..In der Welt der noch Unbewussteren ist es für mich anstrengender; weil ich die Sackgassen im Denken sehe…Dann übe ich mich in Geduld und Toleranz.

  18. Ein schöner Beitrag. Gut finde ich auch, dass das Thema Hochsensibilität öffentlich gemacht wird. Wichtig finde ich, sich nicht als Opfer zu sehen. „Lassen Sie sich nicht ausbeuten und setzen Sie Grenzen, wo sie notwendig sind.“ Diesen Hinweis im Beitrag finde ich sehr wichtig. Vielleicht „die“ Lernaufgabe für Hochsensible? Gut zentriert zu sein, fest auf der Erde zu stehen? Vielleicht können wir die anderen, die mit der großen Herde blöken, dann leichter abperlen lassen.

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